1920 war in Dresden der erste Satz des Sextetts entstanden, in dem die Erinnerung an die Kriegserlebnisse nachzuwirken scheinen. Es handelt sich um einen Sonatensatz, der in seiner chromatischen und harmonischen Gestaltung der Atonalität nahe steht. Schroffheiten ergänzen diesen kühn-expressionistischen Eindruck noch. Bald danach wandte sich Schulhoff vom Expressionismus ab und dem Dadaismus zu. Doch dies führte vorerst zu keiner Fortsetzung der Komposition. Erst nach der Rückkehr nach Prag und der Zuwendung zur slawischen Musik fand Schulhoff den Weg zum Sextett zurück. Es entstanden in kurzer Zeit das eine liedhafte Kantilene variierende Andante, die wilde, als Rondo gestaltete Burleske mit drei Themen und das lyrisch-meditative Finale. Den musikalischen Zusammenhang wahrt Schulhoff im ganzen Werk durch das immer wiederkehrende Hauptmotiv der drei Töne C-G-Des. Als Melodiefloskel, in kontrapunktischer Verarbeitung oder als Akkord, wirkt es vermittelnd zwischen den schroffen Kontrasten, etwa den statisch-ruhenden Klängen im 2. und der Wildheit des 3. Satzes. Das Finale verklingt in diesem dissonanten Akkord morendo.