Kammermusik Basel

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Werk-Details

Streichquartett B-dur, op. 1/3 (1787)

Joseph Eybler
1765-1846
Allegro
Adagio
Menuetto - Trio
Finale. Vivace

Joseph Leopold Eybler – ab 1835 Edler von Eybler – wurde in Schwechat als Sohn eines Lehrers und Chorleiters geboren. Wie seine entfernten Verwandten Michael und Joseph Haydn war er Sängerknabe am Wiener Stephansdom. Sein Lehrer war 1777-1779 Johann Georg Albrechtsberger; danach betreute ihn Haydn. Mit Mozart war er spätestens seit 1789 befreundet. Dieser vertraute ihm Anfang 1790 Aufgaben 4bei der Einstudierung von Così fan tutte an. 1793 bekundete ihm Albrechtsberger, «dass er nach Mozart in der Musik jetzt das grösste Genie sey, welches Wien besitzt». Im dritten Quartett seines Opus 1 umgeht Eybler einen echten Sonatensatz mit einem zweiteiligen Satz in eigener Form. Er beginnt mit einer Art Einleitung, die gleich in entferntere Tonarten schweift. Solche harmonischen Besonderheiten bestimmen den ganzen Satz. Das achttaktige Anfangsthema erscheint wie auch der zweite Teil dieses Anfangs mit seiner eingängigen Melodie im Schlussteil des Satzes wieder. Der originell gebaute Satz weist keine eigentlichen Wiederholungen auf, wie sie in einem Sonatensatz üblich wären. Auch das Adagio ist zweiteilig. Es beginnt mit einem Thema in g-moll, das auch den zweiten Teil des Satzes einleitet. Darauf folgt eine an ihren Sechzehntelfiguren in 2. Geige und Bratsche erkennbare Passage, bevor ein zweites Thema erscheint. Beide Abschnitte erscheinen im zweiten Teil wieder. Im eher leichten Menuett lässt das Trio aufhorchen, erinnert es doch, wenn auch rhythmisch umgedreht, in der Melodiestruktur der 1. Violine über Pizzicati der übrigen Instrumente an das Trio in Mozarts d-moll-Quartett KV 421, mit dem es die Tonart B-dur gemein hat. Ein Zufall? Das Finale im 6/8-Takt ist nun ein richtiger Sonatensatz. Ein leichtes Thema leitet den erneut harmonisch vieldeutigen Satz ein, während das 2. Thema relativ spät erscheint. Die gewichtige und ausgedehnte Durchführung will in ihrer Dichte ernst genommen sein. Sie nutzt die Motive des ersten Themas und das ganze 2. Thema. Die Reprise setzt scheinbar innerhalb einer Überleitung, die aus dem wiederholten Eingangsmotiv des 1. Themas besteht, ein. So merkt man fast zu spät, dass das Thema in der Originaltonart wieder begonnen hat.

Aufführungen

944 19.2.2019 Quatuor Zaïde

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