Concerts Season 2023-2024

  • 16.1.2024
  • 19:30
  • 98.Season
  • Abo 8
Stadtcasino Basel, Hans Huber-Saal

Esther Hoppe, violin | Christian Poltéra, cello | Ronald Brautigam, piano

Biography available in German ▼
Commentary available in German ▼
Hatten Beethovens Klaviertrios des Opus 1 manchmal noch eine gewisse Weitschweifigkeit aufgewiesen, so besticht op. 70/1 vor allem im Kopfsatz durch die Knappheit der Form. Mit energischem Staccato legen alle drei Instrumente unisono den Beginn des Satzes in fast unerträglicher Spannung fest und stossen bald scheinbar nach B-dur vor. Doch rasch löst sich die Spannung mit der Rückkehr ins dolce zu spielende D-dur. Liegt der Höhepunkt des ersten Satzes in der dichten Motivarbeit der Durchführung, die man ein Wunder der Konzentration genannt hat, so bildet das zentrale Largo den des ganzen Werkes. Kein Wunder, dass Beethoven darum auf ein Scherzo verzichtet. Dass es mit diesem Nachtstück etwas Gespenstisches auf sich hat, mag der Beiname auch nicht authentisch sein, zeigen die Skizzen, die sich auf dem gleichen Blatt finden wie d-moll-Entwürfe zu den Hexenchören einer geplanten Oper "Macbeth". Das Finale, wieder ein Sonatensatz, nimmt die Klangwelt des Kopfsatzes auf, erreicht aber dessen Dichte - wohl bewusst - nicht mehr.
Bis heute ist die Abfolge der Entstehung von Schuberts Klaviertrios nicht klar. Das Es-dur-Trio wurde am 26. Dezember 1827 in einer Veranstaltung des Musikvereins erstmals gespielt; kurz davor dürfte es entstanden sein. Verschiedene Themen sollen durch schwedische Lieder angeregt sein. Schubert hat sie im November 1827 im Hause der Schwestern Fröhlich gehört, als dort der schwedische Sänger I.A. Berg solche Lieder vortrug. Der Nachweis ist allerdings erst für den zweiten Satz gelungen, in dem das Lied "Se solen sjunker" anklingt. Das Es-dur-Werk wirkt noch geschlossener als op. 99; zwischen allen Sätzen bestehen feinste thematische Bezüge. Der Kopfsatz ist aus drei Themen gebaut; das zweite in h-moll wird in der Durchführung verarbeitet. Im Andante trägt das Cello das in der Stimmung an die Winterreise erinnernde Liedthema vor. Es wird im umfangreichen, für die Erstausgabe um 98 Takte gekürzten Finale wieder aufgegriffen.

Ludwig van Beethoven 1770-1827

Klaviertrio Nr. 5, D-dur, op. 70, Nr. 1 «Geister-Trio» (1808)
Allegro vivace e con brio
Largo assai e espressivo
Presto

Arthur Honegger 1892-1955

Sonatine für Violine und Violoncello, H. 80 (1932)
Allegro
Andante
Allegro

Franz Schubert 1797-1828

Klaviertrio Nr. 2, Es-dur, op. 100, D 929 (1827)
Allegro
Andante con moto – Un poco più lento
Scherzando: Allegro moderato – Trio
Allegro moderato