Konzerte Saison 2022-2023

  • 17.1.2023
  • 19:30
  • 97.Saison
  • Abo 8
Stadtcasino Basel, Hans Huber-Saal

Cuarteto Casals (Barcelona) Claudio Martínez Mehner, Klavier

Seit seiner Gründung 1997 an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid hat sich das Quartet Casals als eines der herausragenden jungen Streichquartette etabliert und rasch internationale Anerkennung gewonnen. So gewann es als erstes spanisches Quartett den 1. Preis Yehudi Menuhin im Internationalen Streichquartettwettbewerb in London im Sommer 2000; im selben Jahr wurde das Ensemble mit dem Musikkritiker-Preis in Katalonien ausgezeichnet; ebenso erhielt es den 1. Preis beim Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb in Hamburg 2002. Es nennt sich nach dem berühmten katalanischen Cellisten Pau Casals, der am 5. April 1946 zusammen mit Paul Baumgartner auch in einem Konzert der Gesellschaft für Kammermusik Basel aufgetreten ist. Auftritte führten und führen das Quartett in viele Länder Europas und Amerikas und in die wichtigsten Konzertzentren in London, Amsterdam, Berlin oder New York. Der Auftritt an den Salzburger Festpielen ist für Sommer 2005 geplant. In der Saison 2003 hat das Quartett sämtliche Streichquartette von Johannes Brahms und den ersten Teil aller Mozartquartette in Barcelona aufgeführt. Ihre erste CD-Einspielung bei Harmonia Mundi mit den drei Streichquartetten von J. C. de Arriaga erschien im Herbst 2003 und wurde von der Kritik begeistert aufgenommen. Dabei spielte das Quartett im Palacio Real de Madrid auf den Stradivarius-Instrumenten der königlichen Sammlung. Ausserdem nahm es an der Wiedereröffnungszeremonie des Museums Pau Casals in Vendrell teil. Wesentlich geprägt wurde das Quartet Casals durch die Arbeit mit Walter Levin und Rainer Schmidt (Hagen Quartett). Als Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung vollendeten die jungen Musiker erfolgreich ihre Studien an der Musikhochschule in Köln bei Harald Schoneweg und dem Alban Berg Quartett im Frühjahr 2003. Augenblicklich unterrichten die Mitglieder des Quartetts an den Musikhochschulen in Barcelona, Zaragoza und Donostia (San Sebastian) Kammermusik.
Haydns sechs Quartette des Opus 20 entstammen dem gleichen Jahr 1772 wie die Abschiedssinfonie; man hat es auch schon als annus mirabilis bezeichnet. Die gelegentlich wegen des Titelbilds der Berliner Ausgabe Hummels von 1779 als «Sonnenquartette» bezeichneten Werke bringen gegenüber dem im Vorjahr entstandenen Opus 17 «in krisenhafter Zuspitzung und Überspitzung» Neuartiges: «die Gewichtsverlagerung auf das Finale (3 der Werke haben Fugen zu Schlusssätzen), die Steigerung der Affektsprache bis ins Bizarre, die Intensivierung der thematischen Arbeit und der Kontraste innerhalb der Sätze, die Erweiterung der Dimensionen bei gleichzeitiger Intensivierung des Details». Das A-dur-Quartett, nimmt, vor allem wegen des kapriziösen Charakters des 6/8-Kopfsatzes, die Rolle des leichtgewichtigen Stückes ein. Das Adagio erhält durch die Schönheit seiner lieblichen Melodik ernsthafte Züge. Das Menuett steht dem Ton des Kopfsatzes näher; im Trio nimmt Haydn, indem er die 2. Violine pausieren lässt, das Stück beim Wort. Von den drei Fugenthemen «ist nur das 1. Thema ganz individualisiert und im Tonfall finalehaft munter; das 2. ist ein konventioneller Kontrapunkt und das 3. eine Begleitfigur» (Zitate: L. Finscher).
Schumanns Klavierquintett entstand kurz nach Abschluss der drei Streichquartette vom 23. bis 28. September 1842 und ist seiner Frau Clara zugeeignet. Im Februar 1843 spielte sie es anlässlich ihrer Versöhnung mit ihrem Vater in Dresden. Auch Richard Wagner, damals noch ein Bewunderer Schumanns, war anwesend; er schrieb am 25. Februar an Schumann: »Ihr Quintett, bester Schumann, hat mir sehr gefallen: ich bat Ihre liebe Frau, es zweimal zu spielen. Besonders schweben mir noch lebhaft die zwei ersten Sätze vor. Ich hätte den vierten Satz einmal zuerst hören wollen, vielleicht würde er mir dann besser gefallen haben. Ich sehe, wo hinaus Sie wollen, u. versichere Ihnen, da will auch ich hinaus: es ist die Schönheit!«

Johann Sebastian Bach 1685-1750

4 Contrapuncti aus der «Kunst der Fuge», BWV 1080 (um 1740/49)
Contrapunctus I
Contrapunctus IV
Contrapunctus VI
Contrapunctus IX

Sofia Gubaidulina 1931-

Reflections On The Theme B-A-C-H für Streichquartett (2013)

Joseph Haydn 1732-1809

Streichquartett Nr. 36, A-dur, op. 20, Nr. 6, Hob. III:36 (1772)
Allegro di molto e scherzando
Adagio
Menuet: Allegro – Trio
Finale: Fuga a 3 Soggetti (Allegro)

Robert Schumann 1810-1856

Klavierquintett Es-dur, op. 44 (1842)
Allegro brillante
In Modo d’una Marcia: Un poco largamente – Agitato
Scherzo: Molto vivace – Trio I – Trio II
Allegro ma non troppo