Concerts Season 2020-2021

  • 22.6.2021
  • 19.30
  • 95.Season
  • Abo 8
Stadtcasino Basel, Hans Huber-Saal

KONZERT VERSCHOBEN vom 10.11.2020

vision string quartet (Berlin)

Founded in 2012 and based in Berlin, the vision string quartet has already established itself as one of the finest young string quartets of its generation. With unique versatility that focuses on the classical string quartet repertoire alongside their own compositions and arrangements of other disparate genres, the four young musicians are on a mission to re-address with integrity how classical music is presented and perceived by both new and traditional audiences. Their distinctive characteristics of performing all their programmes standing up and completely from memory lend its performances an added intimacy and intensity which has been widely praised.

2016 was a year of remarkable achievement for the Quartet as they achieved not only first prize in two major competitions but all the audience and special prizes too. Adding to their successes at Felix Mendelssohn Bartholdy Competition in Berlin at the beginning of the year and at the International Concours de Génève at the end of the year, they were also awarded the prestigious Würth Prize in November 2016, only a month after they had received the audience prize at the Mecklenburg-Vorpommern Festival.

The young quartet experiments with innovative concert formats which they have brought to leading classical concert halls such as the Gewandhaus Leipzig, Tonhalle Düsseldorf, Konzerthaus Berlin and Philharmonie Luxembourg as well as to prestigious festivals including the Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Rheingau Music Festival, Schleswig-Holstein Music Festival, Heidelberg Frühling and the Lucerne Festival. They have hosted concerts in complete darkness, have collaborated on projects with renowned ballet dancer and choreographer John Neumeier and worked together with lighting designers to bring further creative dimensions to their performances.

Live recordings of its concerts are regularly broadcast by German radio stations such as NDR, SWR, Bavarian Radio, WDR, Deutschlandradio Kultur and RBB. Since April 2015, the vision string quartet has been on the "SWR2 New Talent" programme, which accompanies selected stars of the future for more than three years and promotes them in concerts, interviews and CD productions.

The 2016/17 season includes performances at the Elbphilharmonie and Laeiszhalle Hamburg, Konzerthaus Berlin, Concertgebouw Amsterdam, Louvre in Paris, Prinzregententheater in Munich, Alte Oper Frankfurt, the Mozartfest Würzburg, the Rheingau Musikfestival, the Mecklenburg-Vorpommern Festival, the Podium Festival and concert tours through North America, Brazil, Asia, Greece, Austria, Portugal, Spanien, Switzerland, France, England and Italy.

The quartet studies in Berlin under the Artemis Quartet and Günter Pichler of the Alban Berg Quartet at the Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. In addition they have received tuition from teachers such as Heime Müller, Eberhardt Feltz and Gerhard Schulz, as well as participating in masterclasses at the Jeunesses Musicales, ProQuartet in France and the Foundation Villa Musica Rheinland-Pfalz where they were scholarship holders. Chamber music partners include Jörg Widmann, Eckart Runge from the Artemis Quartet, Haiou Zhang, Edicson Ruiz and the Quatuor les Dissonances.

In summer 2018 they will record their debut CD.

«Das ist ein rechter Dreck! gut für das Saupublikum.» So reagierte Beethoven, als sich Kritik und Publikum für das c-moll-Quartett des op. 18 begeisterte – ein Quartett in Moll notabene. Doch steht unter den ersten Quartetten gerade dieses Werk stärker im Ruf des Konventionellen als die andern. Noch hatte Beethoven, auch wenn dieses Quartett durchaus ernst sein kann und das Hauptthema des Kopfsatzes Leidenschaftlichkeit zeigt, nicht wirklich zu seinem späteren c-moll-Pathos gefunden. Daher hat man für op. 18/4 eine frühere Entstehung oder eine Übernahme von älterem Material, vielleicht sogar aus der Bonner Zeit, angenommen. In der Entstehungsreihe ist es das fünfte. Bei der Veröffentlichung des op. 18 war Beethoven kein jugendlicher Komponist mehr wie Mozart oder Schubert bei ihren ersten Quartetten und er musste auch nicht die Gattung neu schaffen wie Haydn. Darum ist es nicht wirklich angebracht, bei ihm von «frühen» Quartetten zu sprechen. Umso mehr überraschen die formale Einfachheit und der Verzicht auf Durchführungselemente ebenso wie der wenig individuelle c-moll-Charakter. Und doch zeigt der Kopfsatz ein leidenschaftliches Drängen im zwölf Takte langen Hauptthema. Der Seitensatz (Es-dur) ist aus dem Hauptthema abgeleitet, wirkt aber lyrischer. Dieser doch recht persönlich gehaltene Satz endet ziemlich düster. Einen wirklichen langsamen Satz hat das Quartett nicht. Beethoven wählte stattdessen zwei Varianten: ein Scherzo, das durch seine Staccati scherzhaft wirkt, in der Form aber ein Sonatensatz ist, und ein Menuett mit zahlreichen Sforzati. Dieses ist nun doch noch ein pathetischer c-moll-Satz, zumal er bei der Wiederholung durch die vorgeschriebene Tempoverschärfung an Dramatik gewinnt. Im Finale fühlt man sich trotz heftigen Akzenten an Haydn erinnert; man kann aber auch das wohl gewollt Einfache feststellen.

Die Überarbeitung der früheren Stücke op. 18,1-3 im Jahr 1800 hat einen entscheidenden Schritt vorwärts gebracht. Gleichwohl hat Beethoven nicht auf die Veröffentlichung des 4. Quartetts verzichtet und es auch nicht überarbeitet. Vielleicht hat gerade das Fehlen des allzu Anspruchsvollen dem Werk den Erfolg verschafft. So hat es positive Beurteilungen erfahren, die Beethoven damals nicht anerkennen wollte, wie der zu Beginn zitierte verärgerte Ausruf belegt. Trotzdem war ihm das Stück gut genug für seine erste Quartettsammlung.

Schubert waren in der Jugend Sinfonien und Streichquartette für den Schul- bzw. Hausgebrauch leicht aus der Feder geflossen. Dabei handelte es sich meist um eher «leichte» Werke, denen es zwar nicht an Ernst fehlte, die aber doch mehr als Spielmusik denn als tiefgründige Einzelwerke zu gelten haben. Was ihm im Liedschaffen damals immer wieder gelungen ist, fehlte im Instrumentalen noch weitgehend. Erst ab 1820 zeigte sich auch im Instrumentalen eine überraschende Entwicklung. Nun treten auf einmal in den Gattungen Streichquartett und Sinfonie Werke hervor, deren Anspruch und Klangbild neuartig sind. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle nicht zu Ende geführt wurden. Drei betreffen die Sinfonie: 1820 oder später, 1821 und 1822 (die «Unvollendete»). Der wohl früheste gescheiterte Versuch von 1820 ist ein c-moll-Streichquartett, von dem der überraschende Kopfsatz ganz und 41 Takte eines weniger gewichtigen Andante in As-dur vorliegen. Jener ist der bekannte «Quartettsatz». Hier tritt die packende Stimmung, wie sie für den späten Schubert typisch wird, erstmals richtig auf. Die Tremoli sind keine Verlegenheit, sondern gestalten bewusst das Unheimliche und die Unruhe. Das lyrische Seitenthema in As-dur bietet mit seiner Sanglichkeit den Gegenpol, ohne ins Beliebige abzugleiten. Das Stück endet in der Unruhe des Beginns. Schubert fand damals keine gültige Fortsetzung. Der Quartettsatz ist zehn Jahre nach Beethovens «Serioso»-Quartett, einem denkbaren Vorbild, entstanden.