Konzerte Saison 2020-2021

  • 10.11.2020
  • 19.30
  • 95.Saison
  • Abo 8
Stadtcasino Basel, Hans Huber-Saal

KONZERT WIRD VERSCHOBEN - TERMIN NOCH NICHT BEKANNT

vision string quartet (Berlin)

Aufgrund des Verbots von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen muss das Konzert verschoben werden. Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald der Nachholtermin bekannt ist.

2012 gegründet, hat sich das vision string quartet innerhalb kürzester Zeit unter den jungen Streichquartetten etabliert. Mit ihrer einzigartigen Wandlungsfähigkeit zwischen dem klassischen Streichquartett-Repertoire und Eigenkompositionen und Arrangements aus den Bereichen Jazz, Pop und Rock, stellen die vier jungen Musiker aus Berlin zur Zeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf.

Die Konzertformate des jungen Quartetts sind vielseitig, von Auftritten in den großen klassischen Konzertsälen wie dem Gewandhaus Leipzig, der Tonhalle Düsseldorf und dem Konzerthaus Berlin, über renommierte Musikfestivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Rheingau Musik Festival, dem Schleswig-Holstein Musikfestival und dem Heidelberger Frühling, Ballettkooperationen unter John Neumeier bis hin zu „Dunkelkonzerten“ in völliger Finsternis.

Livemitschnitte ihrer Konzerte sind regelmäßig in Rundfunksendungen von NDR, SWR, Bayrischer Rundfunk, WDR, Deutschlandradio Kultur, RBB und vielen mehr zu hören. Seit April 2015 wird das vision string quartet als „SWR2 New Talent“ mittels Radioproduktionen und Interviews verstärkt medial präsentiert.

Ihr Kammermusikstudium absolvieren die vier Musiker beim Artemis Quartett in Berlin sowie bei Günter Pichler, dem Primarius des Alban Berg Quartetts, an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid.

Weitere Impulse erhielten sie von Lehrern wie Heime Müller, Eberhardt Feltz und Gerhard Schulz sowie auf Meisterkursen des internationalen Kammermusikcampus der Jeunesses Musicales, ProQuartet in Frankreich und der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz, zu deren Stipendiaten sie gehören.

Zu den bisherige Kammermusikpartnern zählen unter anderem Jörg Widmann, Eckart Runge vom Artemis Quartett, Haiou Zhang und Edicson Ruiz sowie das Quatuor les Dissonances, mit dem sie gemeinsam das Streichoktett von Felix Mendelssohn Bartholdy aufführten.

Highlights der Saison 2016/17 waren Konzerte in der Philharmonie Luxemburg, ihr Debütkonzert bei den Schwetzinger SWR Festspielen und in der Elbphilharmonie Hamburg sowie Auftritte bei den Thüringer Bachwochen und dem Lucerne Festival. Im Januar 2016 gewann das Quartett beim Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb in Berlin den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. Im Juni diesen Jahres wurde es außerdem mit dem renommierten Würth-Preis ausgezeichnet, zu dessen ehemaligen Preisträgern u.a. das Artemis Quartett, Gustavo Dudamel und Claudio Abbado gehören.

Im November 2016, nur einen Monat nach ihrer Auszeichnung mit dem Publikumspreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, erspielte sich das junge Quartett beim internationalen Concours de Génève den 1.Preis sowie alle Sonderpreise.

In der kommenden Saison stehen wieder zahlreiche Konzerte an, darunter Auftritte in der Elbphilharmonie Hamburg, im Prinzregententheater München, im Concertgebouw Amsterdam, im Pariser Louvre sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Thüringer Bachwochen und dem Podium Festival. Konzerttourneen führen sie durch Nordamerika, Brasilien, Asien, Griechenland, Portugal, Spanien, Österreich, Frankreich, England und Italien.

Für Sommer 2018 ist die Produktion ihrer Debüt-CD geplant.

«Das ist ein rechter Dreck! gut für das Saupublikum.» So reagierte Beethoven, als sich Kritik und Publikum für das c-moll-Quartett des op. 18 begeisterte – ein Quartett in Moll notabene. Doch steht unter den ersten Quartetten gerade dieses Werk stärker im Ruf des Konventionellen als die andern. Noch hatte Beethoven, auch wenn dieses Quartett durchaus ernst sein kann und das Hauptthema des Kopfsatzes Leidenschaftlichkeit zeigt, nicht wirklich zu seinem späteren c-moll-Pathos gefunden. Daher hat man für op. 18/4 eine frühere Entstehung oder eine Übernahme von älterem Material, vielleicht sogar aus der Bonner Zeit, angenommen. In der Entstehungsreihe ist es das fünfte. Bei der Veröffentlichung des op. 18 war Beethoven kein jugendlicher Komponist mehr wie Mozart oder Schubert bei ihren ersten Quartetten und er musste auch nicht die Gattung neu schaffen wie Haydn. Darum ist es nicht wirklich angebracht, bei ihm von «frühen» Quartetten zu sprechen. Umso mehr überraschen die formale Einfachheit und der Verzicht auf Durchführungselemente ebenso wie der wenig individuelle c-moll-Charakter. Und doch zeigt der Kopfsatz ein leidenschaftliches Drängen im zwölf Takte langen Hauptthema. Der Seitensatz (Es-dur) ist aus dem Hauptthema abgeleitet, wirkt aber lyrischer. Dieser doch recht persönlich gehaltene Satz endet ziemlich düster. Einen wirklichen langsamen Satz hat das Quartett nicht. Beethoven wählte stattdessen zwei Varianten: ein Scherzo, das durch seine Staccati scherzhaft wirkt, in der Form aber ein Sonatensatz ist, und ein Menuett mit zahlreichen Sforzati. Dieses ist nun doch noch ein pathetischer c-moll-Satz, zumal er bei der Wiederholung durch die vorgeschriebene Tempoverschärfung an Dramatik gewinnt. Im Finale fühlt man sich trotz heftigen Akzenten an Haydn erinnert; man kann aber auch das wohl gewollt Einfache feststellen.

Die Überarbeitung der früheren Stücke op. 18,1-3 im Jahr 1800 hat einen entscheidenden Schritt vorwärts gebracht. Gleichwohl hat Beethoven nicht auf die Veröffentlichung des 4. Quartetts verzichtet und es auch nicht überarbeitet. Vielleicht hat gerade das Fehlen des allzu Anspruchsvollen dem Werk den Erfolg verschafft. So hat es positive Beurteilungen erfahren, die Beethoven damals nicht anerkennen wollte, wie der zu Beginn zitierte verärgerte Ausruf belegt. Trotzdem war ihm das Stück gut genug für seine erste Quartettsammlung.

Schubert waren in der Jugend Sinfonien und Streichquartette für den Schul- bzw. Hausgebrauch leicht aus der Feder geflossen. Dabei handelte es sich meist um eher «leichte» Werke, denen es zwar nicht an Ernst fehlte, die aber doch mehr als Spielmusik denn als tiefgründige Einzelwerke zu gelten haben. Was ihm im Liedschaffen damals immer wieder gelungen ist, fehlte im Instrumentalen noch weitgehend. Erst ab 1820 zeigte sich auch im Instrumentalen eine überraschende Entwicklung. Nun treten auf einmal in den Gattungen Streichquartett und Sinfonie Werke hervor, deren Anspruch und Klangbild neuartig sind. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle nicht zu Ende geführt wurden. Drei betreffen die Sinfonie: 1820 oder später, 1821 und 1822 (die «Unvollendete»). Der wohl früheste gescheiterte Versuch von 1820 ist ein c-moll-Streichquartett, von dem der überraschende Kopfsatz ganz und 41 Takte eines weniger gewichtigen Andante in As-dur vorliegen. Jener ist der bekannte «Quartettsatz». Hier tritt die packende Stimmung, wie sie für den späten Schubert typisch wird, erstmals richtig auf. Die Tremoli sind keine Verlegenheit, sondern gestalten bewusst das Unheimliche und die Unruhe. Das lyrische Seitenthema in As-dur bietet mit seiner Sanglichkeit den Gegenpol, ohne ins Beliebige abzugleiten. Das Stück endet in der Unruhe des Beginns. Schubert fand damals keine gültige Fortsetzung. Der Quartettsatz ist zehn Jahre nach Beethovens «Serioso»-Quartett, einem denkbaren Vorbild, entstanden.