Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzert-Details

945

26.2.2019, 19:30 Uhr ( 93. Saison Abo 5 )
Oekolampad Basel

Ingeborg Danz, Alt
Michael Gees, Klavier

Danz, Ingeborg, Alt

Gees, Michael, Klavier

In Witten an der Ruhr geboren, studierte die Altistin Ingeborg Danz bei Prof. Heiner Eckels. Bereits während des Studiums gewann sie zahlreiche Wettbewerbe. Auch wenn sie an verschiedenen Opernhäusern wie der Staatsoper Hamburg gastierte, so liegt ihr Schwerpunkt im Bereich des Konzert- und Liedgesangs. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet sie mit der Internationalen Bachakademie Stuttgart und Helmuth Rilling, wie auch mit Philippe Herreweghe und dem Collegium Vocale Gent. Spätromantische Werke wie die Sinfonien Mahlers, Berlioz’ Nuits d’été oder auch Schumanns Faust-Szenen, die Messen Bruckners und Beethovens zählen genauso zu Ingeborg Danz´ breitem Repertoire wie die Musik Bachs. Darüber hinaus ist sie der Neuen Bachgesellschaft Leipzig auch als Direktoriumsmitglied eng verbunden. Ihre Zusammenarbeit mit bedeutenden Dirigenten führte sie an grosse Opernhäuser und internationale Festspiele wie die Mailänder Scala, zu den Luzerner und Salzburger Festspielen. Ihr umfangreiches Repertoire wird durch viele CD-Einspielungen dokumentiert, darunter Aufnahmen mit Philippe Herreweghe, Nikolaus Harnoncourt und Helmuth Rilling, sowie Lieder von Johannes Brahms mit Helmut Deutsch.

Der 1953 als Sohn zweier Sänger geborene Michael Gees hatte schon mit drei Jahren kein lieberes Spielzeug als das Klavier. Bereits als Kind gewann er Wettbewerbe. Später studierte er in Wien und Detmold. Doch was ganz nach einer grossen Solistenkarriere aussah, verwandelte sich nach einem Ausbruch aus der Welt der Wettbewerbe und des Karrieredenkens in andere Richtungen. Gees wandte sich nach Wiederaufnahme des Klavierstudiums der subtilen Kunst der Liedbegleitung zu, suchte aber auch andere Formen der Musikvermittlung. Als Liedpianist, den man insbesondere als Begleiter von Christoph und Julian Prégardien kennt, der aber auch mit vielen anderen Sängerinnen und Sängern zusammenarbeitet, konzertiert er heute weltweit. Dabei ergeben sich originelle und einfühlsam zusammengestellte Programme. Zudem ist eine Reihe von Einspielungen entstanden, darunter die gerühmte Aufnahme der „Schönen Müllerin“ mit Christoph Prégardien (erschienen 2008). Gees pflegt und unterrichtet zudem Improvisation, gerade auch im Bereich Lied. Er ist bisher viermal in unseren Konzerten aufgetreten: 2009 und 2017 mit Julia Kleiter, 2010 mit Christoph und 2018 mit Julian Prégardien.

Felix Mendelssohn Bartholdy
1809-1847

«Nachtlied» (Text: Joseph von Eichendorff), op. 71/6, MWV K 124 (1847)

Johann Sebastian Bach
1685-1750

«Der lieben Sonnen Licht und Pracht» (Text: Christian Scriver), BWV 446 (1736)

John Dowland
1563-1626

«In Darkness let me dwell» (Lautenlieder) (publ. 1610)

Robert Schumann
1810-1856

«An den Mond» (K. J. Körner nach Lord Byron), op. 95/2 (1849)

Felix Mendelssohn Bartholdy
1809-1847

«Der Mond» (Text: E. Geibel), op. 86 Nr. 5 (1847)

Johann Sebastian Bach
1685-1750

«Der Tag ist hin» (Johann Christoph Rube), BWV 447 (1735)

Franz Schubert
1797-1828

«Nachtstück», op. 36/2, D 672 (Text: Johann Mayrhofer) (1819)

Wiegenlied (Textdichter unbekannt), op. 98/2, D 498 (1816)

Johannes Brahms
1833-1897

«Abenddämmerung» (Adolf von Schack), op. 49/5 (1868)

«In stiller Nacht» (Volkslied), WoO 33/42 (1893/94)

«Sandmännchen» (Anton Wilh. von Zuccalmaglio, Volks-Kinderlied), WoO 31/4 (1857)

John Dowland
1563-1626

«Flow my tears» (Lautenlieder) (publ. 1610)

Hugo Wolf
1860-1903

«Nachtzauber» (Eichendorff-Lieder Nr. 8) (1886/87)

Johannes Brahms
1833-1897

«Geheimnis» (Carl August Candidus), op. 71/3 (1877)

Robert Schumann
1810-1856

«Mondnacht» (Joseph von Eichendorff), op. 39/5 (1840)

Johannes Brahms
1833-1897

«Der Tod, das ist die kühle Nacht» (Heinrich Heine), op. 96/1 (1884)

Johann Sebastian Bach
1685-1750

«Der Tag mit seinem Lichte» (Paul Gerhardt), BWV 448 (1736)

Hugo Wolf
1860-1903

«In der Frühe» (Eduard Mörike) (1888)

Richard Strauss
1864-1949

«Die Nacht» (Hermann von Gilm), op. 10/3 (1882-83)

Gustav Mahler
1860-1911

«Um Mitternacht» (Friedrich Rückert) (Rückert-Lieder Nr. 3) (1901)

(zu Mendelssohn Bartholdy, «Der Mond» (Text: E. Geibel), op. 86 Nr. 5)

Unter Felix Mendelssohns 79 Sololiedern sind einige bis heute bekannt geblieben (etwa die Heine-Vertonungen Gruss [Leise zieht durch mein Gemüt] und Auf Flügeln des Gesanges); Bedeutung haben sie für die Entwicklung des romantischen Liedes nicht wirklich erreicht. Die Lieder ohne Worte erlangten da einen anderen Stellenwert. Im Gegensatz zu Schumann verlegt Mendelssohn den musikalischen Gedanken nicht ins Klavier. Die Schönheit der Lieder liegt in der oft schlichten Eleganz und Poesie, im Einfangen einer Stimmung. An seinen Verleger schrieb er: „Ich kann mir nur dann Musik denken, wenn ich mir eine Stimmung denken kann, aus der sie hervorgeht.“ Wir erleben dies in der typischen Elfenmusik in Heines Neue Liebe und in der Beruhigung innerer Aufgewühltheit in Geibels Mond. Am meisten überrascht das unheimlich-witzige, mit ungewohnten Klängen – Ähnliches gibt es in gewissen Loewe-Balladen – aufwartende Hexenlied aus dem op. 8 (dessen Nr. 2, 3 und 12, ohne dass ihr Name genannt worden wäre, von Fanny stammen).

(zu Schubert, «Nachtstück», op. 36/2, D 672 (Text: Johann Mayrhofer))

... Auch Nachtstück nach dem Gedicht des 1836 im Selbstmord endenden Schubertfreundes Mayrhofer spricht von Todessehnsucht. Wunderbar die abwärts führende Melodie zu den Worten «so nimmt der Alte seine Harfe und schreitet und singt waldeinwärts und gedämpft»...

(zu Strauss, «Die Nacht» (Hermann von Gilm), op. 10/3)

Der junge Strauss hat sich für seine über 200 Lieder weniger an die Grossen unter den Dichtern gehalten. Seine Vorlieben gelten Bierbaum, Dahn, Dehmel, Gilm, Hart, Henckell oder Schack. Die Lieder sind meist nicht für das musikalische Zuhause, sondern für den grossen Konzertsaal gedacht, wie auch die Orchestrierungen zeigen. Darum kommen auch kompositorische Mittel des Fin de siècle zum Zug, die man aus den sinfonischen Werken und Musikdramen kennt. Und doch stimmt Strauss oft lyrische Töne an, bei denen grosse Melodiebögen und die Leichtigkeit der Stimme betont werden. Im op. 10, acht Liedern aus Gilms «Letzte Blätter», lässt der Achtzehnjährige in «Die Nacht» Schumann anklingen und die Lichter in fahlen Klängen erlöschen.

(zu Wolf, «Nachtzauber» (Eichendorff-Lieder Nr. 8))

Wolf, dessen Eichendorff-Lieder zahlenmässig und im Bekanntheitsgrad hinter den Mörike- und Goethe-Vertonungen zurückstehen, hat schon zwischen 1880 und 1883 Eichendorff-Gedichte vertont, darunter Nachruf (Du liebe treue Laute) oder In der Fremde VI (Wolken, wälderwärts gegangen). Zwei davon (Erwartung / Die Nacht) hat er 1889 in seine 20 Stücke umfassende Ausgabe der Eichendorff-Lieder aufgenommen, sie später aber wieder ausgeschieden. Erst 1887 hatte er die „keck humoristische, derb-sinnliche Seite des Dichters, welche ziemlich unbekannt“ entdeckt.

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