Kammermusik Basel | Basle Chamber Music Society

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Concert details

944

19.2.2019, 19:30 Uhr ( 93. Saison Abo 7 )
Oekolampad Basel

Quatuor Zaïde (Paris)

Maclet, Charlotte, Violine 1
Boulin Raulet, Leslie, Violine 2
Chenaf, Sarah, Viola
Salmona, Juliette, Violoncello

As a young well-established quartet, the Quatuor Zaïde won several international quartet competitions, they are regularly invited in the best festivals and concert halls in the world and collaborate extensively with distinguished world wide known musicians.

In March 2012, Quatuor Zaïde completed a grand slam at the Vienna Haydn International Competition taking First Prize and all three special prizes.

In 2011, the quartet won 1st prize at the Beijing International Music Competition.

In 2010, only one year after it was formed, Quatuor Zaïde was awarded the International Press Prize by unanimous vote at the Bordeaux String Quartet International Competition, the 3rd Prize at the Banff International String Quartet Competition (Canada), 1st prize at the Charles Hennen International competition in the Netherlands and they also were the winner of the FNAPEC competition in Paris.

In five years, Quatuor Zaïde has already been invited to perform in such prestigious venues as London’s Wigmore Hall, Berlin Philharmonie, Amsterdam’s Concertgebouw, the Vienna’s Musikverein, the Théâtre des Champs-Elysées and Cité de la Musique in Paris, Jordan Hall in Boston, Beijing Performing Arts Center, Bonn’s Beethovenfest, New York’s Merkin Hall, Biblioteca de Luiz Arango in Bogota, Aldeburgh Festival, Folle Journée Région, the International Classical Festival of Annecy. They have toured in Germany, the Netherlands, China, Italy, Belgium, Sweden, Austria, Colombia and Greece.

In the 2015-2016 season, the quartet went back to some of these halls and play in Europe’s most prestigious halls, as they were nominated as ECHO Rising Stars. Each year, artistic directors of Europe’s top halls select a small group of artists considered the best in their fields to tour throughout the season in halls such as Vienna’s Musikverein and Konzerthaus, Amsterdam’s Concertgebouw, London’s Barbican Centre, Paris’ Cité de la Musique, Cologne’s Philharmonie, Hamburg’s Laeiszhalle, Baden Baden’s Festspielhaus, Stockholm’s Konserthuset, Brussels’ BOZAR, Budapest’s Palace of Arts, Barecelona’s Auditori and Palau de la Musica, Lisbon’s Gulbenkian Foundation, Athens’ Megaron, Birmigham’s Town Hall and City Hall, Newcastle’s Sage Gateshead.

The quartet has had the pleasure to play chamber music with artists like Miguel Da Silva, Jerôme Pernoo, Yovan Markovitch, Edgar Moreau, François Salque, Julian Steckel, pianists Alexandre Tharaud, Bertrand Chamayou, Claire-Marie Leguay, Eric Le Sage, David Kadouch, Beatrice Rana.

Quatuor Zaïde’s repertoire is wide and varied, ranging from classical repertoire to contemporary music; for which the quartet has a acquaintance with. Indeed, they play works by Iannis Xenakis, Wolfgang Rihm, and Jonathan Harvey, with whom they had the great honour to work with. Since it was created in 2009, the quartet has studied regularly with Hatto Beyerle, violist and founding member of the Alban Berg Quartet, Johannes Meissl, and Ferenc Radosh.

Mécénat Musical Société Générale is Quatuor Zaïde’s main sponsor. The quartet was also chosen as the winner ensemble of the HSBC bank at the Aix-en-Provence Festival in 2010. Furthermore, the quartet has a residency in the prestigious Singer-Polignac Foundation in Paris and has been invited to a residence in the Villecroze Music Academy.

Leslie Boulin Raulet plays on a violin made by Aldric in 1810 kindly loaned by ‘Fondation Zilber-Vatelot-Rampal’.

Juliette Salmona plays a cello by Claude-Augustin Miremont on loan by the ‘Association des amis du violoncelle

The quartet regularly appears on TV and Radio shows.

Joseph Eybler
1765-1846

Streichquartett B-dur, op. 1/3

Joseph Haydn
1732-1809

Streichquartett Nr. 74, g-moll, op. 74, Nr. 3, Hob. III:74 «Reiterquartett» (1793)

Allegro
Largo assai
Menuet: Allegretto
Finale: Allegro con brio

Ludwig van Beethoven
1770-1827

Streichquartett Nr. 3, D-dur, op. 18, Nr. 3 (1798/1800)

Allegro
Andante con moto
Allegro – Minore – Maggiore
Presto

(zu Beethoven, Streichquartett Nr. 3, D-dur, op. 18, Nr. 3)

Mit Beethovens Opus 18 steht die Komposition von Streichquartetten im Moment eines entscheidenden Wandels. Es ist kein Zufall, dass dies genau im Zeitpunkt der Jahrhundertwende geschah: Die Klassik eines Haydn und Mozart, die noch vor nicht allzu langer Zeit im Gewande des Rokoko daher gekommen war, neigte sich ihrem Ende zu, eine neue Klassik, die sich mit romantischen Elementen verbinden sollte, stand am Horizont. 1797 hatte Haydn die Quartette op. 76 komponiert und sie 1799 veröffentlicht; in diesem Jahr entstand auch das unvollständige op. 77. Zur gleichen Zeit arbeitete Beethoven erstmals an Streichquartetten. Zuvor oder gleichzeitig hatte er sich in erstaunlicher Weise fast allen Kammermusikgattungen gewidmet und folgende Werke einer Opuszahl, d.h. der Veröffentlichung gewürdigt: Klaviertrios (op.1; um 1794), Klaviersonaten (op. 2, 7, 10, 13 und 14; 1795-99), Streichquintett (op. 4 nach einem früheren Bläseroktett), Cellosonaten (op. 5; 1796), Streichtrios (op.3, 8 und 9; 1798), Violinsonaten (op.12; 1797), Klavierquintett mit Bläsern (op.16; 1796), Hornsonate (op. 17; 1800). Jetzt war die Zeit reif, fühlte er sich reif für die Komposition und Veröffentlichung von Quartetten - kurz danach sollte die 1. Sinfonie folgen.

Natürlich wurzeln die sechs Quartette noch im 18. Jahrhundert und berufen sich auf Haydn und Mozart. Noch einmal taucht auch jene Sechserzahl für ein Opus auf, die für Haydn die Regel gewesen war. Sie zeigen aber auch die Suche nach dem eigenen Stil. (...)

Im Jahre 1800, nach Abschluss aller sechs Quartette, überarbeitete Beethoven die Nummern 1 bis 3 grundlegend. (...) Die zuerst entstandene Nr. 3 wirkt freundlich-melodiös und endet mit einem Finale in virtuoser Entladung von Spielfreude, schliesst aber ganz überraschend-witzig im Pianissimo. Hier ist Haydn ganz nah. (...)

(zu Haydn, Streichquartett Nr. 74, g-moll, op. 74, Nr. 3, Hob. III:74 «Reiterquartett»)

Haydns g-moll-Quartett gehört zu jener Sechsergruppe (je 3 in op. 71 und 74), die zwar dem Grafen Apponyi (1751-1817), einem Freimaurerfreund und alten Gönner, gewidmet, aber letztlich für Londons Konzertsäle und den dortigen Konzertmanager Salomon geschrieben wurde. Der von Salomon schon bald nach der ersten, so erfolgreichen Londonreise von 1791/92 geplante neue Aufenthalt Haydns verzögerte sich allerdings und fand erst ab Januar 1794 statt. Die Quartette hatten dann allerdings grossen Erfolg. Die neue Art der „Salomon“-Quartette zeigt sich an der «Verknüpfung von quasi-symphonischer Eingängigkeit und raffinierter Detailarbeit» (W. Konold). Dazu gehört die neuartige «sinfonische» Introduktion des Kopfsatzes. Doch als einziges der sechs Quartette hat gerade das «Reiter-Quartett» keine solche, sondern geht – mit einem Reitermotiv – direkt in medias res. Dies ist bei dem so sehr auf rhythmische Prägnanz setzenden Werk nicht verwunderlich. Seinen Beinamen verdient sich das Quartett nicht erst im Finale, sondern schon im Kopfsatz. Auch das Menuett findet nach schlichtem Beginn zwischendurch zu robuster Rhythmik. Die Tonart g-moll wirkt, abgesehen vom Trio des Menuetts, weniger im mozartschen Sinne; sie wird denn auch stets rasch vom helleren G-dur abgelöst. So gewinnt das feierlich-pathetische Largo in E-dur in seiner Ernsthaftigkeit besonderes Gewicht. Am 10. Oktober 1794 schrieb der italienische Komponist G. B. Cimador (1761-1805) an einen Freund, dem er dieses Largo zukommen liess: „Hier, mein lieber Freund, ist ein Stück, das die Begeisterung aller Bewunderer jenes göttlichen Mannes erwecken wird, der es geschrieben hat.“ Das vorwärts preschende Finale dann ist wie der Kopfsatz ein Sonatensatz mit zwei kontrastierenden Themen, dem Reiterthema in g-moll und einem spielerisch bewegten in G-dur. Raffiniert, wie am Schluss, nachdem zunächst das freundliche G-dur-Thema Oberhand zu gewinnen scheint, mit Motivteilen das heftige Galoppieren mit diesem kombiniert wird.