Kammermusik Basel | Basle Chamber Music Society

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Concert details

941

15.1.2019, 19:30 Uhr ( 93. Saison Abo 5 )
Oekolampad Basel

vision string quartet (Berlin)

Encke, Jakob, Violine 1
Stoll, Daniel, Violine 2
Stuart, Sander, Viola
Disselhorst, Leonard, Violoncello

Founded in 2012 and based in Berlin, the vision string quartet has already established itself as one of the finest young string quartets of its generation. With unique versatility that focuses on the classical string quartet repertoire alongside their own compositions and arrangements of other disparate genres, the four young musicians are on a mission to re-address with integrity how classical music is presented and perceived by both new and traditional audiences. Their distinctive characteristics of performing all their programmes standing up and completely from memory lend its performances an added intimacy and intensity which has been widely praised.

2016 was a year of remarkable achievement for the Quartet as they achieved not only first prize in two major competitions but all the audience and special prizes too. Adding to their successes at Felix Mendelssohn Bartholdy Competition in Berlin at the beginning of the year and at the International Concours de Génève at the end of the year, they were also awarded the prestigious Würth Prize in November 2016, only a month after they had received the audience prize at the Mecklenburg-Vorpommern Festival.

The young quartet experiments with innovative concert formats which they have brought to leading classical concert halls such as the Gewandhaus Leipzig, Tonhalle Düsseldorf, Konzerthaus Berlin and Philharmonie Luxembourg as well as to prestigious festivals including the Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Rheingau Music Festival, Schleswig-Holstein Music Festival, Heidelberg Frühling and the Lucerne Festival. They have hosted concerts in complete darkness, have collaborated on projects with renowned ballet dancer and choreographer John Neumeier and worked together with lighting designers to bring further creative dimensions to their performances.

Live recordings of its concerts are regularly broadcast by German radio stations such as NDR, SWR, Bavarian Radio, WDR, Deutschlandradio Kultur and RBB. Since April 2015, the vision string quartet has been on the "SWR2 New Talent" programme, which accompanies selected stars of the future for more than three years and promotes them in concerts, interviews and CD productions.

The 2016/17 season includes performances at the Elbphilharmonie and Laeiszhalle Hamburg, Konzerthaus Berlin, Concertgebouw Amsterdam, Louvre in Paris, Prinzregententheater in Munich, Alte Oper Frankfurt, the Mozartfest Würzburg, the Rheingau Musikfestival, the Mecklenburg-Vorpommern Festival, the Podium Festival and concert tours through North America, Brazil, Asia, Greece, Austria, Portugal, Spanien, Switzerland, France, England and Italy.

The quartet studies in Berlin under the Artemis Quartet and Günter Pichler of the Alban Berg Quartet at the Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. In addition they have received tuition from teachers such as Heime Müller, Eberhardt Feltz and Gerhard Schulz, as well as participating in masterclasses at the Jeunesses Musicales, ProQuartet in France and the Foundation Villa Musica Rheinland-Pfalz where they were scholarship holders. Chamber music partners include Jörg Widmann, Eckart Runge from the Artemis Quartet, Haiou Zhang, Edicson Ruiz and the Quatuor les Dissonances.

In summer 2018 they will record their debut CD.

Ludwig van Beethoven
1770-1827

Streichquartett Nr. 15, a-moll, op. 132 (1825)

Assai sostenuto – Allegro
Allegro, ma non tanto
Heiliger Dankgesang eines Genesenen, in der lydischen Tonart: Molto adagio –
Neue Kraft fühlend: Andante –
Mit innigster Empfindung: Molto adagio
Alla Marcia, assai vivace – Più allegro – Allegro appassionato – Presto

Maurice Ravel
1875-1937

Streichquartett, F-dur (1902/03)

Allegro moderato, Très doux
Assez vif, Très rythmé – Lent – 1º Tempo
Très lent
Vif et agité

(zu Beethoven, Streichquartett Nr. 15, a-moll, op. 132)

Auch in Beethovens a-moll-Quartett bildet der langsame Satz Zentrum und Hauptaussage des ganzen Werkes. Nicht nur die Länge, auch die religiös motivierte Umschreibung der Satzbedeutung hebt diesen einmaligen Satz aus den andern hervor. Mag die erstmalige Ausweitung der Satzzahl von vier auf fünf im Vergleich mit op. 130 und 131 noch unentschlossen wirken, die eine Aufgabe, das Molto Adagio ins Zentrum zu rücken, wird durch den kurzen Geschwindmarsch durchaus erreicht. Der Dankgesang ist – trotz seinen „himmlischen Längen“ – im Grunde einfach gebaut; er beginnt mit einer choralartigen Melodie. Ihre Phrasen folgen einander jeweils halbtaktig im 4stimmigen Satz. Der Choralteil wird von einem leichteren Andante in D-dur abgelöst, das mit „Neue Kraft fühlend“ überschrieben ist. Es nimmt im weiteren Verlauf geradezu tänzerische Züge an. Diese beiden Teile werden wiederholt, der Choral wird variiert, das Andante bleibt weitgehend unverändert. Eine 3. Choralstrophe führt „mit innigster Empfindung“ den Satz fast in Rondoform zu Ende. Der erste Satz beginnt mit einer Einleitung, welche ausgehend vom Cello jenes Viertonmotiv in je einem auf- und absteigenden Halbtonschritt (gis – a / f – e; in der 1. Violine dis – e / c – h) einführt, welches als Klammer die drei grossen der späten Beethovenquartette verbindet. Schon das Hauptthema des Kopfsatzes nimmt es im Zentrum auf und selbst im Finalthema taucht es versteckt wieder auf.

(zu Ravel, Streichquartett, F-dur)

Am 5. März 1904 gelangte das einzige Streichquartett von Ravel zur Uraufführung, das in den vorangehenden zwei Jahren (Dezember 1902, Sätze 1 und 2, bis April 1903, Sätze 3 und 4) entstanden war und fast ein Jahr auf die Uraufführung warten musste. Diese rief verschiedene, z.T. heftige Reaktionen hervor: Debussy war begeistert, Ravels Lehrer und Widmungsträger Fauré fand einiges zu kritisieren, und die Klassizisten, die den Rom-Preis zu vergeben hatten, konnten gar nichts damit anfangen. Deshalb wurde Ravel 1905 die Teilnahme am Rompreis-Wettbewerb verwehrt. Dies hatte allerdings Konsequenzen: der Direktor Dubois wurde entlassen, und Fauré wurde sein Nachfolger – was ein Streichquartett nicht alles auslösen kann! Ravel hielt sich in diesem frühen Werk – er empfand es als Abschluss seiner Studienzeit – zwar an das Vorbild Debussys, und doch ist ein eigenständiges Werk entstanden, besonders in der Ableitung der meisten Gedanken aus den Themen des 1. Satzes und der Wiederaufnahme früherer Motive, insbesondere im 3. und 4. Satz. Eigenständig ist auch die Klanglichkeit, vor allem im 3. Satz, der mit seinen Tempo- und Tonartwechseln rhapsodischen Charakter aufweist. Die besonderen Klänge werden durch spezielle Spielweise, nicht zuletzt in hohen Lagen, bewirkt. Im Finale, das auf einem chromatischen Fünftonmotiv beruht, lässt Ravel, der Sohn einer Baskin, die baskische Tanzrhythmik des Zortzico anklingen (Abwechslung von Fünfer- und Dreiertakt), variiert diese allerdings selbständig.