Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzert-Details

935

16.10.2018, 19:30 Uhr ( 93. Saison Abo 7 )
Oekolampad Basel

Daniel Behle, Tenor
Hans-Jürgen Schatz, Rezitation/Jan Schultsz, Klavier

Behle, Daniel, Tenor
Schultsz, Jan, Klavier

Schatz, Hans-Jürgen, Rezitation

Daniel Behle ist einer der vielseitigsten deutschen Tenöre und in Konzert, Lied und Oper gleichermassen erfolgreich. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von barocken Meisterwerken über klassisches und romantisches Repertoire bis hin zu Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Er studierte zunächst an der Musikhochschule Hamburg Schulmusik, Posaune und Komposition. Mit 22 Jahren nahm er Gesangsunterricht bei seiner Mutter, der Sopranistin Renate Behle. Nach fünf Semestern bei dem amerikanischen Tenor James Wagner wechselte Behle zurück in die Gesangsklasse seiner Mutter. 2004 schloss er das Kompositionsstudium und das Gesangsstudium mit Auszeichnung ab. Nach ersten Engagements am Staatstheater Oldenburg, an der Volksoper Wien und drei Spielzeiten an der Oper Frankfurt ist er seit der Saison 2010/11 freischaffend tätig. 2017 und 2018 sang er unter der Leitung von Philippe Jordan bei den Bayreuther Festspielen den David in «Die Meistersinger von Nürnberg». Besonders gefragt ist er als Mozarttenor. Gerade in diesen Tagen singt er am Opernhaus Zürich den Belmonte in Mozarts «Entführung aus dem Serail». Als Konzertsänger ist er europaweit gefragt. Auch als Komponist macht er von sich reden: Seine Bearbeitung von Schuberts «Winterreise» für Tenor und Klaviertrio erschien 2014 bei Sony Classical. Mit seinem neusten Projekt für Tenor und Klaviertrio «Mein Hamburg» setzt Behle seiner Heimatstadt ein musikalisches Denkmal. Er lebt aber jetzt mit seiner Familie in Basel.

Jan Schultsz ist international als Dirigent, Liedbegleiter und Kammermusiker tätig. Als Gastdirigent leitet er vor allem Orchester in der Schweiz, in Holland, Österreich, Tschechien, Ungarn sowie in China und Südamerika. Als Operndirigent war er in Oslo, Budapest und Liège verpflichtet. Im Jahr 2000 gründete er die Opera St. Moritz und war bis 2012 deren künstlerischer Leiter. Er ist Mitbegründer der Samedan Brassweek, und seit 2008 Intendant des Engadin Festivals. Zu seinen musikalischen Partnern zählen Cecilia Bartoli, Vesselina Kasarova, Ian Bostridge, Werner Güra und die Brüder Capuçon. Sein breites Repertoire enthält unbekannte Opern von Rossini, Bellini und Verdi sowie die komplette Klavierkammermusik der Schweizer Komponisten J. J. Raff und Hans Huber, die er auf CD eingespielt hat. Schultsz, der in seiner Heimatstadt Amsterdam sowie in Basel und Lausanne Horn und Klavier studierte, hat eine Professur an der Hochschule für Musik in Basel inne. In unseren Konzerten hat er 2010 und 2016 mit Werner Güra bzw. mit Thomas Oliemans Schuberts «Winterreise» aufgeführt und in der letzten Saison mit Agneta Eichenholz einen Richard Strauss-Abend gestaltet.

Jan Schultsz spielt heute Abend seinen 1871 gebauten Flügel von Johann Baptist Streicher & Sohn, Wien. Johannes Brahms spielte lange fast ausschliesslich Streicher-Instrumente. Emil Streicher (1836-1916), Johann Baptists (1796-1871) Sohn, stellte ihm 1872 einen grossen Flügel zur Verfügung, den er bis zu seinem Tod behielt und liebte, der aber leider im 2. Weltkrieg fast ganz zerstört wurde. Seine Hämmer waren mit Leder bezogen. Brahms war in die Klangqualität des Instruments geradezu vernarrt. Jan Schultsz hebt bei seinem Flügel die grossen Bässe und den weichen Klang hervor, Qualitäten, die auch für Brahms sehr wichtig waren.

Hans-Jürgen Schatz debütierte mit der Hauptrolle in dem Spielfilm «Flamme empor». Seither wirkte er in zahlreichen Theaterinszenierungen sowie Kino- und Fernsehfilmen mit, darunter «Heimat», «Der Fahnder» und «Salto Postale». Einen exzellenten Ruf als Rezitator erwarb er sich mit Texten von Erich Kästner, Jean Paul und Thomas Mann. Seine Interpretation von L. F. Baums «Der Zauberer von Oos» und die Einspielung der musikalischen Erzählung «Paddington Bärs erstes Konzert» wurden mit dem «Preis der deutschen Schallplattenkritik» ausgezeichnet. Für sein vielfältiges gesellschaftliches Engagement wurde Hans-Jürgen Schatz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Johannes Brahms
1833-1897

«Die Schöne Magelone», op. 33

Johannes Brahms (1833-1897)

Die schöne Magelone, op. 33 (1861-1869)

15 Romanzen aus Ludwig Tieck (1773-1853):

Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence mit Rezitation von Teilen der Prosatexte

1.   Keinen hat es noch gereut

2.   Traun! Bogen und Pfeil sind gut für den Feind

3.   Sind es Schmerzen, sind es Freuden

4.   Liebe kam aus fernen Landen

5.   So willst du des Armen dich gnädig erbarmen?

6.   Wie soll ich die Freude, die Wonne denn tragen?

7.   War es dir, dem diese Lippen bebten

8.   Wir müssen uns trennen, geliebtes Saitenspiel

9.   Ruhe, Süssliebchen, im Schatten

10.   So tönet denn, schäumende Wellen

11.   Wie schnell verschwindet so Licht als Glanz

12.   Muss es eine Trennung geben

13.   Geliebter, wo zaudert dein irrender Fuss?

14.   Wie froh und frisch mein Sinn sich hebt

15.   Treue Liebe dauert lange