Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzert-Details

287

8.2.1959, 10:30 Uhr ( 33. Saison Matinée (Extrakonzert) )
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Schneeberger-Quartett (Bern/Basel)
Barbara Geiser-Peyer, Alt/Charles Dobler, Klavier

Schneeberger, Hansheinz, Violine 1
de Siebenthal, Marguerite, Violine 2
Kägi, Walter, Viola
Looser, Rolf, Violoncello

Geiser-Peyer, Barbara, Alt
Dobler, Charles, Klavier

Bern oder Basel?

Bis 1954 jedenfalls Bern!

Arthur Honegger
1892-1955

Streichquartett Nr. 3, E-dur (1937)

Allegro
Adagio
Allegro

Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier (1919)

Allegro cantabile
Larghetto
Vivace assai

«Cahier romand», 5 pièces pour Piano (1923)

Calme
Un peu animé
Calme et doux
Rythmé
Egal

3 Fragmente aus «Pâques à New York» für Singstimme und Streichquartett (1920)


(zu Honegger, Streichquartett Nr. 3, E-dur)

Um Arthur Honegger ist es in letzter Zeit eher still geworden. Das gilt weniger für die Oratorien – «Le roi David» wird im März in Basel aufgeführt –, eher für andere Gattungen wie etwa Kammermusik. Honegger wurde als Sohn von Zürcher Eltern in Le Havre geboren, wo sein Vater tätig war. Ab 1909 studierte er in Zürich, später in Paris Komposition bei Charles-Marie Widor. In seinem Oeuvre finden sich fast alle Werkgattungen. Die drei Streichquartette wurden 1917, 1936 und 1937 vollendet. Von ihnen schätzte er zunächst das erste, «parce qu’il traduit exactement la personnalité du jeune homme qui l’écrivit en 1917. Il a des défauts, des longueurs, mais je m’y reconnais comme dans un miroir. Comme type de meilleur travail, je citerai le Troisième, qui marque un progrès dans la concision et dans la facture.» Alle drei Quartette sind dreisätzig. Das dritte ist polyphoner und reicher an thematischer Arbeit als das zweite. Honegger hat im September 1936 zuerst den 3. Satz beendet; im Mai 1937 folgte der Mittelsatz, im Juni der Kopfsatz. Dieser steht im 6/4-Takt und wird von drei Elementen bestimmt. Zwei gehören zum ersten Thema: eine fallende Terz in langen Noten und darauf folgend eine aufsteigende Achtelreihe mit drei anschliessenden chromatischen Tönen. Ein weiteres Element, das auch rhythmisch wirkt, ist aus fünf Vierteln gebildet: vier gleichen Tönen folgt im Halbtonschritt abwärts das fünfte Viertel, beim ersten Erscheinen in Takt 21 h-h-h-h-ais. Dieses Motiv wird auch variiert, etwa in Takt 68: vier Mal c, jeweils eine Oktave absteigend, dann der Halbtonschritt auf h. Der Satzschluss ist aus diesen – nun leicht variierten – drei Elementen gebildet. Die Tonsprache des Satzes ist weitgehend herb. Der 2. Satz beginnt mit vier Takten, dessen lange Töne jeweils von «Girlanden» (sul tasto estinto = am Griffbrett, kaum hörbar) aus Zweiunddreissigsteln verbunden werden. In den folgenden vier Takten wird die Grundlage für eine Variationenfolge in der Art einer Chaconne gelegt, doch wird diese Basis später aufgelöst. Sechs Takte vor dem Ende kehren die vier Anfangstakte mit den «Girlanden» einen halben Ton tiefer zurück, bevor eine zweitaktige Coda den Schluss bildet. Der Schlusssatz beginnt pizzicato mit Vierteln im Cello solo. Allmählich setzen die übrigen Instrumente einige Noten dazu, bis nach 20 Takten alle vier Instrumente unisono das Thema in Achteln fortissimo übernehmen. Mit diesem Motiv endet unisono auch der Satz.

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