Concerts Season 2026-2027

  • 10.11.2026
  • 19:30
  • 101.Season
  • Abo 8
Stadtcasino Basel, Hans Huber-Saal

Quatuor Danel (Brüssel)

The Quatuor Danel was founded in 1991 and has been at the forefront of the international music scene ever since, with important concert performances worldwide and a row of groundbreaking CD recordings. The quartet is famous for their bold, concentrated interpretations of the string quartet cycles of Haydn, Beethoven, Schubert, Shostakovich, and Weinberg. Their lively and fresh vision on the traditional quartet repertoire has delivered them subsequent praise from public and press. The other part of their force lies in the collaboration with major contemporary composers such as Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann, Sofia Gubaidulina, Pascal Dusapin Jorg Widmann and Bruno Mantovani.

Russian composers have a special place in the Quatuor Danel’s repertoire. They have championed all string quartets by Shostakovich and recorded the complete cycle for Fuga Libera in 2005. This box-set was re-issued by Alpha and still counts as one of the benchmark interpretations of Shostakovich’ quartets. The Danel were the first quartet to record the other great string quartet cycle of the twentieth century: the 17 quartets by Mieczysław Weinberg. Their performance in Manchester and Utrecht was the first time ever live interpretation of the complete Weinberg cycle worldwide.

Education is also at the heart of the activities of the Quatuor Danel. An essential part of their mission is to pass on their knowledge, their experience and the musical heritage they received from their own mentors: members of the Amadeus and Borodin Quartets, Fyodor Druzhinin, Pierre Penassou, Walter Levin and Hugh Maguire. Since 2005, the Quatuor Danel is quartet in residence at the University of Manchester, where they uphold a tradition of coaching and collaborations with world-renowned musicologists. Since 2015, they also teach regularly at the Netherlands String Quartet Academy in Amsterdam. They gave classes at the University of California, Los Angeles (UCLA), University of Maryland and Skidmore College, at the Taipei National University of the Arts, at Conservatoire of Music and Dance Lyon the Conservatoires of Lille and Nice and at the Kuhmo Chamber Music Festival.

The quartet’s current diary will take them to the major concert halls in Brussels, Amsterdam, Paris, London, Madrid, Vienna, Hambourg, Leipzig, Milano, Taipei, Tokyo, New York, Washington, Los Angeles and San Francisco, but they are also comfortable playing in lesser known intimate venues. Quatuor Danel is a regular guest at festivals such as Ottawa, Kuhmo, Cork, Lofoten, Rosendal, Schleswig-Holstein, Bregenz, Schostakowitsch Tage Gorisch, Luzern Zaubersee, Sakharov Festival, Richter Festival, Enescu Festival, Fayence, Luberon, Montpellier, Folles Journées de Nantes. Present seasons the Danel will be featuring a series of quartet cycles around the world: the complete Shostakovich and Weinberg cycles at Phillips Collection Washington, Wigmore Hall, Muziekgebouw Amsterdam and TivoliVredenburg Utrecht, Philharmonie de Paris, Elbphilarmonie Hamburg, Complete Beethoven cycles sound in Jerusalem, Taipei, Lyon, Badenweiler, Manchester and finally in Utrecht.

In October 2016, the Quatuor Danel started a 3-year residency in Utrecht, consisting of concerts, masterclasses, lectures and unusual collaborations with other artists. The Danel’s will be in residency in Wigmore Hall for three years in 2019.

Commentary available in German ▼
Prokofjews Streichquartette bilden nicht das Zentrum seines Schaffens und sind beinahe Zufallsprodukte. Das erste entstand in Paris im Auftrag der Library of Congress in Washington, wo es am 1931 uraufgeführt wurde. Der Komponist schrieb es nach Studien der Quartette Beethovens. So erklärt sich seiner Aussage auch irgendwie die ‚klassische’ Haltung des ersten Satzes. Man merkt dies an der imitatorischen Durchführungstechnik. Hier sind auch Vorklänge auf das später entstandene Ballett Romeo und Julia zu hören. In der Gesamtanlage weicht das Quartett mit dem aus einer langsamen Einleitung, die das Thema des Finales vorwegnimmt, und einem raschen Rondo bestehenden zweiten Satz und einem langsamen Finale deutlich von klassischen Vorbildern ab. Das lange Finale, das Prokofjew für den wichtigsten Satz des Werkes hielt, bearbeitete er auch für Klavier.
Das 11. Quartett ist dem Andenken Wassili Schirinskis gewidmet, eines Jugendfreunds, der auch als langjähriger 2. Geiger im Beethoven-Quartett (es hatte bis dahin alle Quartette Schostakowitschs ausser dem ersten uraufgeführt) mit dem Komponisten eng verbunden war. Es ist kein umfangreiches und heroisches Trauerstück geworden, sondern bildet in originell aphoristischer Suitenform eine Huldigung an den vielseitigen Musiker Schirinski. Die kurzen, attacca ineinander übergehenden Stücke enden jeweils morendo im Pianissimo. Natürlich ist die Elegie Trauermusik, aber auch andere Sätze wie das Rezitativ mit seiner Choralanspielung nehmen diese Trauer auf. Wieder andere wie das durchweg leise gehaltene Scherzo, die Etüde oder die Humoreske (ein Satztitel, der in einem Werk der Trauer irritiert) spielen mit Facetten des Lebens und des Lebensendes, von Lebenssinn und Vergeblichkeit. Schostakowitsch geht von einem in der Introduktion vom Cello vorgestellten mottoartigen Motiv aus. Das Werk verzichtet auf reine Tonalität und signalisiert Schostakowitschs damaliges Interesse an anderen Kompositionstechniken: Er beginnt sich intensiv mit der Zwölfton- und Reihentechnik auseinanderzusetzen.
Die drei Opera 132, 130 (inkl. op. 133) und 131 – dies die Entstehungsreihenfolge – weisen einige Besonderheiten und Gemeinsamkeiten auf. Als einzige Beethovenquartette gehen sie mit fünf, sechs resp. sieben Sätzen über die Viersätzigkeit hinaus. Zudem sind sie durch Motivverwandtschaft, die von einer Keimzelle aus vier Tönen in zwei gegenläufigen Halbtonschritten (dis – e / c – h) ausgeht, verbunden. Das mag beim Hören unbemerkt bleiben, doch zeigt die Analyse die geheime Klammer auf. Im cis-moll-Quartett tritt das Motiv zu Beginn der Fuge in den Tönen zwei bis fünf (his – cis / a – gis) auf. Hatte die Originalfassung des op. 130 mit einer Fuge geendet (so am 19.10.1999 zu hören), so beginnt op. 131 ebenfalls mit einer solchen, wenn sie auch keine „Grosse“ und keine so schwierige ist. Einheitlich geschlossen wirkt das „wohl Schwermütigste, was je in Tönen ausgesagt worden ist“, wie sich Richard Wagner ausgedrückt hat. Der 2. Satz im 6/8-Takt übernimmt den Oktavsprung vom Ende der Fuge einen Halbton höher, der improvisationsartig wirkende 3. Satz reduziert ihn auf die Quinte. Mit nur elf Takten, von denen die letzten vier Adagio zu spielen sind, bildet er die Überleitung zum Werkzentrum, der umfangreichen tiefgründigen Variationenfolge. Der fünfteilige 5. Satz ist ein Scherzo mit Trio im Schema ABABA. Nach der teilweise sul ponticello zu spielenden Coda geht erattacca in ein 28-taktiges Adagio über. Es ist zwar selbständig gehalten, bildet aber eine Art langsame Einleitung zum Finale. Hier ist am Beginn mit den Tönen gis – a / cis – his wieder das Grundmotiv fassbar. Mit drei heftigen fortissimo-Akkorden endet das komplexeste der Beethoven-Quartette.

Sergej Prokofjew 1891-1953

Streichquartett Nr. 1, h-moll, op. 50 (1931)
Allegro
Andante molto – Vivace
Andante

Dmitrij Schostakowitsch 1906-1975

Streichquartett Nr. 11, f-moll, op. 122 (1966)
Introduktion: Andantino –
Scherzo: Allegretto –
Rezitativ: Adagio –
Etüde: Allegro –
Humoreske: Allegro –
Elegie: Adagio –
Finale: Moderato

Ludwig van Beethoven 1770-1827

Streichquartett Nr. 14, cis-moll, op. 131 (1826)
Adagio ma non troppo e molto espressivo
Allegro molto vivace –
Allegro moderato / Adagio / Più vivace –
Andante ma non troppo e molto cantabile –
Presto –
Adagio quasi un poco andante –
Allegro