Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Streichquartett Nr. 1, D-dur, op. 11 (1871)

Moderato e semplice – Poco più mosso – Allegro non troppo, ma con fuoco
Andante cantabile
Scherzo: Allegro non tanto e con fuoco
Finale: Allegro giusto – Allegro vivace

Dauer ca: 00:28

(...) Auch Tschaikowskys 1. Quartett hat einen äusseren Anlass. Er schrieb es in aller Eile, weil er für ein Konzert mit eigenen Kammermusikwerken noch ein grösseres Stück benötigte. Publikum und Kritik nahmen das Quartett begeistert auf. Es ist musikantisch-spielfreudig, der Tonfall ist unverkennbar russisch. Im Kopfsatz allerdings, dessen Thema mit seinem synkopierten 9/8-Takt so eigenartig wirkt, hat man auch schon Schubert-Anklänge festgestellt. Das Andante in B-dur con sordini, das 1876 Tolstoi Tränen entlockt hat, beruht auf einem ukrainischen Volkslied im Wechsel von 3/4- und 2/4-Takt und einem salonhaften Originalthema, wie es „ein Orchester in einem Salon de thé an den Ufern des Schwarzen Meeres“ (Ménétrier) spielen könnte; nur die schlichte Satztechnik bewahrt es vor Banalität. Das Scherzo, ein robuster russischer Tanz, entwickelt durch die Verlagerung des schweren Taktteils starke rhythmische Energie. In behendem Elan verläuft das Finale. Es lässt ein russisches Dorffest aufleben. Im abrupten Wechsel von D-dur nach B-dur klingt wieder Schubert an. Nach dem pianissimo-Rückgriff auf das dritte Thema im Andante-Tempo klingt die Coda triumphierend fortissimo und Allegro vivace aus.

Aufführungen

860 14.2.2012 Quatuor Ébène
697 18.11.1997 Vermeer Quartet
643 10.11.1992 Glasunow-Quartett
403 18.1.1971 Prager Streichquartett
27 5.11.1929 Basler Streichquartett [1926-1947]