Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Streichquartett Nr. 19, C-dur, KV 465 «Dissonanzen-Quartett» (1785)

Adagio – Allegro
Andante cantabile
Menuetto: Allegro – Trio
(Molto) Allegro

Dauer ca: 00:30

Ob die Auseinandersetzung mit der Barockmusik und speziell mit Bach ein Auslöser für die kühnen, den damaligen Hörern so unvertrauten Harmonien im einleitenden Adagio des darum so betitelten Dissonanzen-Quartetts waren? Sicher ist nur, dass ihr oft unvermitteltes Auftreten, das sich nicht unbedingt aus einer Struktur wie in einer bachschen Fuge erklären liess, nicht nur Korrekturversuche ausgelöst hat, sondern irritierte Käufer veranlasste, die Noten an den Verleger Artaria zurückzuschicken mit der Bemerkung, sie seien voller Fehler des Stechers. «Der in der Einleitung angeschlagene chromatische Grundton wird zum Kennzeichen der ganzen Komposition, scheint fast an die Stelle kontrapunktischer Kunstfertigkeit zu treten, die wir aus den vorangehenden Quartetten kennen» (A. Werner-Jensen). * * * Ein italienischer Käufer soll dem Verleger Artaria die Noten von Mozarts Haydn-Quartetten mit der Bemerkung zurückgeschickt haben, sie seien voller Fehler des Stechers. Und der Komponist Giuseppe Sarti kritisierte sie, weil Mozart wie ein Klavierspieler schreibe, der zwischen Dis und Es nicht unterscheiden könne. Die Kritik zielte gewiss auf die 22 Takte der Einleitung zum C-dur-Quartett. Obwohl es lange vor Mozart kühnere harmonische Reibungen gegeben hatte, erregte ihr Auftauchen in einem Streichquartett und der Umstand, dass die Dissonanzen so gar nicht zur Klarheit der folgenden Sätze passen wollten, Unmut. Aber vielleicht war es gerade das, was Mozart suchte: So wird einem das C-dur erst wirklich bewusst. Mozart trug das C-dur-Quartett am 15. Januar 1785 in sein Werkverzeichnis ein. Bereits am nächsten Tag führte er es mit den fünf andern dem Widmungsträger und Freunden vor mit Wiederholung am 12. Februar - wieder im Beisein Haydns. Dieser hat nach der ersten Aufführung bekanntlich von Mozart gesagt, er habe „die grösste Compositionswissenschaft“. Dies hätte er kaum von einem Komponisten gesagt, der Dis und Es nicht unterscheiden kann.

Aufführungen

915 22.11.2016 Cuarteto Quiroga
860 14.2.2012 Quatuor Ébène
758 4.11.2003 Carmina Quartett
684 5.11.1996 Vermeer Quartet
603 8.11.1988 Artis Quartett
569 30.4.1985 Alban Berg Quartett
531 15.12.1981 Melos-Quartett
475 31.1.1978 Neues Zürcher Quartett
409 8.2.1972 Tonhalle-Quartett
322 12.3.1963 Végh-Quartett
290 12.1.1960 Wiener Konzerthaus-Quartett
255 5.3.1956 Végh-Quartett
206 4.12.1951 Manoliu-Quartett
178 30.11.1948 Végh-Quartett
160 8.10.1946 Basler Streichquartett [1926-1947]
98 25.10.1938 Pro Arte-Quartett (Quatuor de la Cour de Belgique)