Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Klaviertrio Nr. 3, f-moll, op. 65, B 130 (1883)

Allegro ma non troppo
Allegretto grazioso
Poco Adagio
Finale: Allegro con brio

Dauer ca: 00:42

Wäre nicht das beliebte Dumky-Trio, Dvoráks f-moll-Trio hätte es leichter, seine Meisterschaft zu erweisen. Das etwa vierzigminütige Werk darf als eines der gelungensten und persönlichsten Kammermusikwerke des Komponisten gelten. Die von der Tonart vorgegebene Düsterheit verbindet sich mit Klangschönheit, insbesondere im As-dur-Klagegesang des Adagio, der die Leidenswelt des Kopfsatzes wieder aufnimmt. Das Scherzo steht in cis-moll und war ursprünglich an der traditionellen dritten Stelle geplant. Das furiantähnliche Finale macht sich die Spannung von cis-moll und f-moll zunutze und bricht sich erst nach mehreren Anläufen die Bahn nach F-dur. Böhmische Einflüsse sind vorhanden, vor allem in Rhythmus und Harmonie, wirken aber gebändigt durch eine gewisse brahmsnahe Färbung und eine eigenständige und neue Themenbildung. Der folkloristische Ton ist nicht mehr zentrales Anliegen Dvoráks. Nicht zuletzt der Klaviersatz mahnt an den verehrten Mentor. Das Werk entstand im Februar/März 1883, kurz nach dem Tod von Dvoráks Mutter. Wie in einem andern f-moll-Werk, das in dieser Saison zu hören war (Mendelssohns Streichquartett op. 80), mag auch hier der Todesfall auf die Stimmung eingewirkt haben. Das Werk war dem Komponisten so wichtig, dass er es bis zur Uraufführung im Oktober 1883, bei der er selber als Geiger mitwirkte, laufend überarbeitete.

Aufführungen

930 16.1.2018 Smetana Trio
855 6.12.2011 Wiener Klaviertrio
762 6.1.2004 Trio Fontenay
676 12.1.1996 Beaux Arts Trio
616 23.1.1990 Haydn Trio
454 23.3.1976 Suk-Trio
309 23.1.1962 Trio di Trieste
48 9.2.1932 Eduard Ehrsam, Jenny Deuber, Johanne Rauch