Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Klaviertrio Nr. 7, B-dur, op. 97 «Erzherzog-Trio» (1811)

Allegro moderato
Scherzo: Allegro
Andante cantabile (ma però con moto) –
Allegro moderato – Presto

Dauer ca: 00:42

Die Werke, die Beethoven seinem zeitweiligen Schüler Erzherzog Rudolph von Österreich widmete (5. Klavierkonzert, Hammerklaviersonate, Missa solemnis, etc.) zeichnen sich durch eine besondere Grösse und Bedeutung aus und bilden nicht selten den Höhepunkt der jeweiligen Gattung. Dies ist beim "Erzherzog-Trio" nicht anders. Nicht nur die Länge des Werkes, sondern auch seine Themengestaltung zeigt Weite und gleichsam würdevollen Ernst. Und doch liegt über dem Ganzen eine "poetisch-klangschöne" Farbe, die auch der benachbarten und ebenfalls dem Erzherzog gewidmeten Violinsonate op. 96 eigen ist. Das Klavier dominiert zwar – ganz neu ist der Soloeinsatz zu Beginn mit dem weitgespannten Hauptthema, und erst noch im dolce – wirkt aber nicht solistisch-virtuos, sondern gibt dem Klangbild einen sinfonischen Zug. Den Kopfsatz prägt weniger eine kontrastierende Dualität der Themen (es sind letztlich drei) als eine gewisse Verwandtschaft. Die motivische Arbeit bezieht ihr Material vor allem aus den ersten vier Tönen und dem Trillermotiv des Hauptthemas. Das eher kurze Scherzo steht – wie später in der 9. Sinfonie – an zweiter Stelle und lässt Raum für das dem Kopfsatz in der Länge entsprechende Adagio, einen kantablen Variationensatz in D-dur. Auf vier Variationen folgt als fünfter Teil eine gedehnte Coda, die Durchführungselemente aufweist. Attacca schliesst das tänzerische, überraschungsreiche Final-Rondo an, das in einer Presto-Stretta endet. «Als wollte Beethoven darauf aufmerksam machen, dass sich das Klavier im Klaviertrio nicht nur den Streichern unterzuordnen habe, lässt er das B-dur-Trio op. 97 mit dem Klavier allein beginnen, was er nie zuvor gewagt hatte. Allerdings forderte er vom Klavier ein dolce. Das Werk scheint die Summe der Klaviertrio-Komposition bei Beethoven darzustellen - in der Fülle der kompositorischen Gedanken, der Kraft des Emotionellen und in der Ausgeglichenheit des Klangbildes wie der Formfügung. Die Tatsache, dass Beethoven dieses Werk seinem zeitweiligen Schüler Erzherzog Rudolph von Österreich widmete, trug ihm den an sich nichtssagenden Titel Erzherzogtrio ein» (W.-E. von Lewinski im Beiheft zur CD-Neuausgabe sämtlicher Beethoven-Trios mit dem frühen Beaux Arts Trio). Immerhin ist der Titel des Werkes würdig, und er stellt es zu Recht im Anspruch auf die gleiche Stufe wie die ebenfalls dem Erzherzog gewidmete Missa Solemnis, die Hammerklaviersonate oder die Grosse Fuge.

Aufführungen

909 8.3.2016 Trio Blacher/Hagen/Gerstein
821 6.1.2009 Haydn Trio Eisenstadt
753 4.2.2003 Trio Parnassus
685 10.11.1996 Beaux Arts Trio
584 13.1.1987 Beaux Arts Trio
543 19.10.1982 Raphael Trio
445 28.1.1975 Trio di Milano
397 9.2.1971 Trio di Trieste
340 13.4.1965 Wiener Trio
294 18.3.1960 Trio di Trieste
201 27.2.1951 Trio di Trieste
76 15.11.1935 Busch-Serkin-Trio
48 9.2.1932 Eduard Ehrsam, Jenny Deuber, Johanne Rauch