Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

930

16.1.2018, 19:30 Uhr (Zyklus A 92. Saison)
Oekolampad Basel

Smetana Trio (Prag)

Vodicka, Jirí, Violine
Páleníček, Jan, Violoncello
Cechová, Jitka, Klavier

Das ursprüngliche Smetana Trio wurde 1934 vom Pianisten Josef Páleníček, dem Vater des heutigen Cellisten, gegründet. 2014 feierte es, jetzt natürlich mit jüngeren Mitgliedern, sein achtzigjähriges Bestehen. Nach dem Vorbild ihrer Vorgänger kombinieren auch die heutigen Mitglieder des Smetana-Trios ihre Trio-Auftritte mit solistischen Konzerten. Jiří Vodička gewann zwischen 2000 und 2007 eine Reihe von Wettbewerben. 2015 wurde er Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie. Er spielt eine Geige G. B. Guadagnini (Turin 1779). Der Cellist studierte in Prag und wurde von Paul Tortelier gefördert. Kammermusikstudien betrieb er bei seinem Vater und bei Josef Vlach. Die Pianistin studierte in Prag, Paris und Freiburg. Sie gewann mehrere namhafte Preise und gastiert als Solistin weltweit, aber Kammermusik steht für sie im Zentrum. 2014 hat sie die Einspielung des gesamten Klavierwerks Smetanas (8 CDs) abgeschlossen. Das Smetana-Trio wird regelmässig zu bedeutenden Festivals wie dem Prager Frühling, Mährischen Herbst, Festival Mitte Europa, Concentus Moraviae, Prager Kammerfestspielen, Campos do Jordao in Brasilien eingeladen und konzertiert in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz, Japan und Süd- und Nordamerika. Es arbeitet mit führenden Dirigenten und mit in- und ausländischen Orchestern zusammen. Seine Aufnahmen für Supraphon wurden mit bedeutenden Auszeichnungen gewürdigt. Für die Einspielung von Dvořáks Klaviertrios Nr. 3 und 4 «Dumky» erhielt das Smetana Trio den renommierten Preis The BBC Music Magazine Award in der Kategorie Kammermusik. Seit 2010 sind Aufnahmen mit den Trios von Mendelssohn, Schubert, Brahms, Ravel und Schostakowitsch erschienen. 2015 nahm es das komplette Triowerk von Martinů auf.

Vítezslav Novák
1870-1949

Trio Nr. 2 «quasi una ballata», d-moll, op. 27 (1902)

Bohuslav Martinu
1890-1959

Bergerettes, 5 Stücke, H 275 (1939)

Poco allegro – Trio: Poco meno mosso
Allegro con brio – Trio: Poco meno mosso
Andantino – Trio: Moderato
Allegro
Moderato – Trio: Poco allegretto

Antonín Dvorák
1841-1904

Klaviertrio Nr. 3, f-moll, op. 65, B 130 (1883)

Allegro ma non troppo
Allegretto grazioso
Poco Adagio
Finale: Allegro con brio

(zu Dvorák, Klaviertrio Nr. 3, f-moll, op. 65, B 130)

Wäre nicht das beliebte Dumky-Trio, Dvoráks f-moll-Trio hätte es leichter, seine Meisterschaft zu erweisen. Das etwa vierzigminütige Werk darf als eines der gelungensten und persönlichsten Kammermusikwerke des Komponisten gelten. Die von der Tonart vorgegebene Düsterheit verbindet sich mit Klangschönheit, insbesondere im As-dur-Klagegesang des Adagio, der die Leidenswelt des Kopfsatzes wieder aufnimmt. Das Scherzo steht in cis-moll und war ursprünglich an der traditionellen dritten Stelle geplant. Das furiantähnliche Finale macht sich die Spannung von cis-moll und f-moll zunutze und bricht sich erst nach mehreren Anläufen die Bahn nach F-dur. Böhmische Einflüsse sind vorhanden, vor allem in Rhythmus und Harmonie, wirken aber gebändigt durch eine gewisse brahmsnahe Färbung und eine eigenständige und neue Themenbildung. Der folkloristische Ton ist nicht mehr zentrales Anliegen Dvoráks. Nicht zuletzt der Klaviersatz mahnt an den verehrten Mentor. Das Werk entstand im Februar/März 1883, kurz nach dem Tod von Dvoráks Mutter. Wie in einem andern f-moll-Werk, das in dieser Saison zu hören war (Mendelssohns Streichquartett op. 80), mag auch hier der Todesfall auf die Stimmung eingewirkt haben. Das Werk war dem Komponisten so wichtig, dass er es bis zur Uraufführung im Oktober 1883, bei der er selber als Geiger mitwirkte, laufend überarbeitete.