Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

619

23.4.1990, 20:15 Uhr (Zyklus B 64. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Zürcher Bläseroktett (Zürich)

Kühn, Michael, Oboe
Ulbrich, Hans Martin, Oboe
Gmür, Rolf, Klarinette
Hotz, Kurt, Klarinette
Jenny, Florenz, Fagott
Sax, Manfred, Fagott
Borling, Glen, Horn
Frisch, Niklaus, Horn

Joseph Haydn
1732-1809

Divertimento Nr. 3 (Feld Parthie) C-dur, für 2 Oboen, 2 Fagotte und 2 Hörner, Hob. II:7 (1765)

Allegro
Menuett I – Trio
Adagio
Menuett II – Trio
Finale: Presto

Marcia Es-dur für 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte, Hob. VIII:6 (um 1785?)


Marche Regimento de Marshall G-dur, für 2 Oboen, 2 Hörner und 2 Fagotte, Hob. Bd. III: S. 315 (1772)


Divertimento Nr. 5 (Feld Parthie) B-dur, für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte, Hob. II:43 (1885)

Allegro comodo
Andante moderato
Menuetto – Trio
Rondo: Allegretto

Franz Schubert
1797-1828

Minuet und Finale F-dur, für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte, D 72 (1813)

Menuetto: Allegretto – Trio I – Trio II
Finale: Allegro

Mátyás Seiber
1905-1960

Serenade für 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte (1925)

Allegro moderato
Lento
Allegro vivace

Wolfgang Amadeus Mozart
1756-1791

Serenade Nr. 12, für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte, c-moll, KV 388/384a (1782)

Allegro
Andante
Menuetto in canone – Trio in canone al rovescio
Allegro

(zu Mozart, Serenade Nr. 12, für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte, c-moll, KV 388/384a)

Auch wenn die c-moll-Serenade Mozarts für ein fürstliches Bläserensemble entstanden sein muss, so sind wir doch weit entfernt von harmlosen Feldparthien und Serenaden. Denn diese letzte Serenadenmusik Mozarts (sieht man von der «Kleinen Nachtmusik» ab) ist als Ständchen unbrauchbar. Es handelt sich um echte, ja sogar ambitionierte Kammermusik. Das dokumentiert auch die klassische Viersätzigkeit und insbesondere die spätere Bearbeitung als Streichquintett (KV 406). Wenn Mozart das Werk selber als «Nacht musique» bezeichnet hat, so ist in diesem Begriff weniger das Serenadenhafte zu hören als die Hinwendung zu ungewohnter nachthafter Dunkelheit und zu Schroffheiten des Ausdrucks in einem Bekenntniswerk. Selbst der lärmende D-dur-Schluss des Variationen-Finales kann diesen Eindruck nicht aufheben: Mozarts Divertimentozeit ist vorbei, wie es auch das späte, als Divertimento bezeichnete Streichtrio KV 563 beweist.