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5.2.1980, 20:15 Uhr (Zyklus A 54. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Quartetto Italiano (Mailand)

Borciani, Paolo, Violine 1
Pegreffi, Elisa, Violine 2
Asciolla, Dino, Viola
Rossi, Franco, Violoncello

Ludwig van Beethoven
1770-1827

Streichquartett Nr. 13, B-dur, op. 130, mit der ursprünglichen Schlussfuge op. 133 anstelle des nachkomponierten Rondos (1825)

Adagio ma non troppo – Allegro
Presto
Andante con moto, ma non troppo
Alla danza tedesca: Allegro assai
Cavatina: Adagio molto espressivo
Overtura: Allegro – Meno mosso e moderato –
Fuga: Allegro – Meno mosso e moderato – Allegro molto e con brio

Wolfgang Amadeus Mozart
1756-1791

Streichquartett Nr. 22, B-dur, KV 589 (1790)

Allegro
Larghetto
Menuetto: Moderato – Trio
Allegro assai

(zu Beethoven, Streichquartett Nr. 13, B-dur, op. 130, mit der ursprünglichen Schlussfuge op. 133 anstelle des nachkomponierten Rondos)

Welches Wiener Quartett vor dem Jahre 1900 ist das kühnste, Beethovens op. 130 oder 131? Spielt man die ursprüngliche Fassung mit der Grossen Fuge, so könnte man dem op. 130 den – wir es geben es zu – zweifelhaften Preis zuerkennen. Diese Fuge war es, die bei der ersten Aufführung am 21. März 1826 Anstoss erregte: „Den Sinn des fugirten Finale wagt Ref. nicht zu deuten: für ihn war es unverständlich, wie Chinesisch.“ hiess es in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung. Die Sätze 1, 3 und 5 konnte der Rezensent immerhin, mochte er sie auch als „ernst, düster, mystisch, wohl auch mitunter bizarr, schroff und capriciös“ bezeichnen, goutieren. Das „Scherzo und der Deutsche“ hingegen kamen – bezeichnenderweise! – gut an, so dass „mit stürmischen Beyfall die Wiederholung verlangt wurde“. Beethoven hat bekanntlich auf Wunsch des Verlegers Artaria die Grande Fugue, die er als tantôt libre, tantôt recherchée bezeichnet, durch ein konventionelles Allegro ersetzt und sie gesondert, jetzt dem Erzherzog Rudolf, dem Widmungsträger so vieler ungewöhnlicher Werke, zugeeignet.

(zu Mozart, Streichquartett Nr. 22, B-dur, KV 589)

Mozart hat nach der lunga, e laboriosa fatica der «Haydn-Quartette» nur noch einmal zu einem Zyklus von sechs Quartetten angesetzt. Voller Hoffnung wollte er sie für Seine Mayestätt dem König in Preussen schreiben, doch wurde der Plan nie Wirklichkeit. Die Widmung kam nicht zustande, und es blieb bei drei Quartetten. Am 12. Juni 1790, wohl kurz nach Vollendung von KV 590, schrieb Mozart an Puchberg: Nun bin ich gezwungen meine Quartetten (diese mühsame Arbeit) um ein Spottgeld herzugeben, nur um in meinen Umständen Geld in die Hände zu bekommen. Daraus ist zu entnehmen, dass Mozart die Komposition von Quartetten generell schwer fiel, er also nicht einmal in Geldnot noch rasch eine Sechserfolge komplettieren konnte, obwohl die drei «Preussischen» einfacher sind als die «Haydn-Quartette». Das Werk gipfelt nach einem durch seine ungeraden Taktperioden spannenden Menuett in einem Finale, das wie eine Huldigung an Haydn wirkt. Es geht aber in seiner kühnen Kontrapunktik und im schroffen Nebeneinander der Tonarten über jenen hinaus.