Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

42

24.3.1931, 20:15 Uhr ( 5. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Société des Instruments à vent (Paris)
Lucien Wurmser, Klavier

Bas, Louis, Oboe
Grass, Achille, Klarinette
Hénon, Edouard, Fagott
Vialet, Jules, Horn

Wurmser, Lucien, Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart
1756-1791

Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Es-dur, KV 452 (1784)

Largo – Allegro moderato
Larghetto
Rondo. Allegretto

Ludwig van Beethoven
1770-1827

Sonate für Klavier und Horn, F-dur, op. 17 (1800)

Allegro moderato
Poco adagio, quasi Andante
Rondo: Allegro moderato

Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Es-dur, op. 16 (1796)

Grave – Allegro ma non troppo
Andante cantabile
Rondo: Allegro, ma non troppo

(zu Beethoven, Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Es-dur, op. 16)

Als Beethoven zwölf Jahre nach Mozart ebenfalls ein Klavierquintett mit Bläsern plante, nahm er sich – natürlich! – jenes Werk zum Muster. Einzig die Kadenz im letzten Satz geht ganz auf seine Rechnung. Bei einer Aufführung improvisierte Beethoven sogar so ausgiebig, dass er die mitwirkenden Bläser verärgerte. Der Klavierpart ist generell solistischer als bei Mozart und entspricht dem neuen Klavierstil; die Bläserparts sind eher im Serenadenstil gehalten. Die Formsicherheit und der klangliche Einsatz der Blasinstrumente zeigen die kompositorischen Fähigkeiten des jungen Beethoven. Eng an sein Vorbild schliesst sich Beethoven an, wenn er mozartsche Themen anklingen lässt, allerdings nicht aus dem Quintett. Das Thema des Andante nimmt unüberhörbar Zerlines Arie Batti, batti, o bel Masetto aus Don Giovanni auf, während das Jagdthema des Finalrondo eine Variante von Mozarts Thema im Finale des Es-dur-Klavierkonzerts KV 482 darstellt.

(zu Mozart, Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Es-dur, KV 452)

Mozarts Quintett entstammt einer intensiven Schaffens-Periode im Frühjahr des Jahres 1784 (Klavierkonzerte KV 449, 450, 451, 453), die zugleich geprägt war von vielen Auftritten als Pianist («...abends hab ich fast alle Tage zu spiellen»). So verwundert es nicht, dass das Quintett, am 30. März vollendet, bereits am 1. April im Burgtheater zur Aufführung gelangte (und am 13. Juni wiederholt wurde). Mozart war auf das Quintett stolz, wie er seinem Vater schreibt: «Ich habe 2 grosse Concerten geschrieben und dann ein Quintett, welches ausserordentlichen Beyfall erhalten; ich selbst halte es für das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe.» Bei aller Vorsicht solchen Äusserungen gegenüber, entspricht das Quintett tatsächlich in Qualität und Schwierigkeitsgrad den Klavierkonzerten – und weist sogar im Rondo eine Cadenza in tempo auf (unter Mitwirkung der Bläser). Und doch ist es kein Klavierkonzert, sondern echte Kammermusik: Die fünf Instrumente sind gleichwertig entsprechend ihren Klangmöglichkeiten eingesetzt.