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20.10.1970, 20:15 Uhr (Beethoven-Zyklus (B) 45. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal
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Strauss, Ulrich, Violine 1
Hoever, Helmuth, Violine 2
Grahe, Konrad, Viola
Strauss, Ernest, Violoncello
Jappe, Dorothea, Viola
(zu Beethoven, Fuge für Streichquintett, D-dur, op. 137) Im Gegensatz zur regelmässigen Beschäftigung mit dem Streichquartett in allen drei Schaffensphasen hat sich Beethoven nur zweimal in vollendeten Originalkompositionen dem Streichquintett zugewandt: 1800/01 im Quintett op. 29 und dann wieder 1817 mit der Fuge. (Dazu kommen zwei Bearbeitungen: Die Quintette op. 4 nach dem Bläseroktett op. 103 bzw. op. 104 nach dem Klaviertrio op. 1/3; ein Einleitungssatz und der Themeneinsatz einer d-moll-Fuge gehören wohl in den Zusammenhang mit op. 137.) Die kurze Fuge, die erst 1829 postum die Opuszahl 137 erhielt, verdankt ihre Entstehung Beethovens Wunsch, dem Verleger Tobias Haslinger anlässlich einer Abschriftensammlung seiner Werke ein Originalwerk zu widmen. Das beinahe tänzerische Werklein zeigt Beethovens Interesse an Fugen in seinem Spätschaffen.
(zu Beethoven, Streichquartett Nr. 15, a-moll, op. 132) Auch in Beethovens a-moll-Quartett bildet der langsame Satz Zentrum und Hauptaussage des ganzen Werkes. Nicht nur die Länge, auch die religiös motivierte Umschreibung der Satzbedeutung hebt diesen einmaligen Satz aus den andern hervor. Mag die erstmalige Ausweitung der Satzzahl von vier auf fünf im Vergleich mit op. 130 und 131 noch unentschlossen wirken, die eine Aufgabe, das Molto Adagio ins Zentrum zu rücken, wird durch den kurzen Geschwindmarsch durchaus erreicht. Der Dankgesang ist – trotz seinen „himmlischen Längen“ – im Grunde einfach gebaut; er beginnt mit einer choralartigen Melodie. Ihre Phrasen folgen einander jeweils halbtaktig im 4stimmigen Satz. Der Choralteil wird von einem leichteren Andante in D-dur abgelöst, das mit „Neue Kraft fühlend“ überschrieben ist. Es nimmt im weiteren Verlauf geradezu tänzerische Züge an. Diese beiden Teile werden wiederholt, der Choral wird variiert, das Andante bleibt weitgehend unverändert. Eine 3. Choralstrophe führt „mit innigster Empfindung“ den Satz fast in Rondoform zu Ende. Der erste Satz beginnt mit einer Einleitung, welche ausgehend vom Cello jenes Viertonmotiv in je einem auf- und absteigenden Halbtonschritt (gis – a / f – e; in der 1. Violine dis – e / c – h) einführt, welches als Klammer die drei grossen der späten Beethovenquartette verbindet. Schon das Hauptthema des Kopfsatzes nimmt es im Zentrum auf und selbst im Finalthema taucht es versteckt wieder auf.
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