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10.1.1928, 20:15 Uhr ( 2. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Zürcher Streichquartett (Zürich)

de Boer, Willem, Violine 1
Schroer, Hermann, Violine 2
Essek, Paul, Viola
Reitz, Fritz, Violoncello

Friedrich Hegar
1841-1927

Streichquartett fis-moll, op. 46 ()

Allegro non troppo
Adagio
Allegretto moderato
Allegro agitato

Wolfgang Amadeus Mozart
1756-1791

Duo für Violine und Viola Nr. 1, G-dur, KV 423 (1783)

Allegro
Adagio
Rondo: Allegro

Johannes Brahms
1833-1897

Streichquartett Nr. 1, c-moll, op. 51, Nr. 1 (1873)

Allegro
Romanze: Poco adagio
Allegretto molto moderato e comodo – Un poco più animato
Finale: Allegro

(zu Brahms, Streichquartett Nr. 1, c-moll, op. 51, Nr. 1)

Bei Brahms dauerte der Weg zum gültigen Streichquartett beinahe so lange wie der zur Sinfonie. Waren es dort Serenaden und das d-moll-Klavierkonzert, so hier zwei Streichsextette, ein Streichquintett (das zuletzt zum Klavierquintett wurde) und angeblich «über zwanzig Streichquartette», die nie das Licht der Veröffentlichung erblickten. Und als die beiden Quartette des op. 51 endlich zur Geburt reif waren, bedurfte es, wie Brahms scherzhaft vermerkte, für die «Zangengeburt» des Chirurgen. Ihm, dem Freund Theodor Billroth, sind sie denn auch gewidmet. Im Vergleich zu den Sextetten oder Klavierquartetten muss im c-moll-Werk der neue Klang und die Verdichtung mit einer geradezu spröden Verschlossenheit, strengem Ernst und der letztlich fast monothematischen Substanz überrascht haben. Die Sätze charakterisiert Ludwig Finscher mit den Begriffen «dramatisch zerklüftet» (Kopfsatz), «melancholisch» (Romanze), «nachdenklich-versponnen» (Allegretto anstelle eines Scherzos!) und «emotionale Hochspannung» (Finale). Kein Wunder, dass die Uraufführung am 11. Dezember 1873 in Wien nur einen Achtungserfolg einbrachte.