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10.1.1928, 20:15 Uhr ( 2. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal
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de Boer, Willem, Violine 1
Schroer, Hermann, Violine 2
Essek, Paul, Viola
Reitz, Fritz, Violoncello
(zu Brahms, Streichquartett Nr. 1, c-moll, op. 51, Nr. 1) Bei Brahms dauerte der Weg zum gültigen Streichquartett beinahe so lange wie der zur Sinfonie. Waren es dort Serenaden und das d-moll-Klavierkonzert, so hier zwei Streichsextette, ein Streichquintett (das zuletzt zum Klavierquintett wurde) und angeblich «über zwanzig Streichquartette», die nie das Licht der Veröffentlichung erblickten. Und als die beiden Quartette des op. 51 endlich zur Geburt reif waren, bedurfte es, wie Brahms scherzhaft vermerkte, für die «Zangengeburt» des Chirurgen. Ihm, dem Freund Theodor Billroth, sind sie denn auch gewidmet. Im Vergleich zu den Sextetten oder Klavierquartetten muss im c-moll-Werk der neue Klang und die Verdichtung mit einer geradezu spröden Verschlossenheit, strengem Ernst und der letztlich fast monothematischen Substanz überrascht haben. Die Sätze charakterisiert Ludwig Finscher mit den Begriffen «dramatisch zerklüftet» (Kopfsatz), «melancholisch» (Romanze), «nachdenklich-versponnen» (Allegretto anstelle eines Scherzos!) und «emotionale Hochspannung» (Finale). Kein Wunder, dass die Uraufführung am 11. Dezember 1873 in Wien nur einen Achtungserfolg einbrachte.
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