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22.11.1927, 20:15 Uhr ( 2. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal
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Klingler, Karl, Violine 1
Heber, Richard, Violine 2
Klingler, Fridolin, Viola
Mendelssohn, Francesco von, Violoncello
(zu Mozart, Streichquartett Nr. 17, B-dur, KV 458 «Jagd-Quartett») Dass auch Mozart das Leichtere, Freundliche beherrscht, zeigt das B-dur-Quartett. Und doch wird die Jagdmotivik im Kopfsatz nicht überbetont. Im Menuett verbinden sich die Ernsthaftigkeit der melodischen Linie im knapperen Hauptteil und tänzerische Heiterkeit imTrio. Zentrum des Werks ist mit seiner Intensität das Adagio, bevor das Finale an die heitere Grundstimmung des Kopfsatzes anknüpft. Auch dieser Satz ist eine Reverenz an Haydn. Mozart hatte den Satz zuerst imitatorisch kanonhaft beginnen wollen, um ihn dann von jeder spürbaren „schweisstreibenden Arbeit“ zu befreien. Vielleicht ist es das, was er mit der lunga e laboriosa fatica meinte: So lange feilen, bis das Schwere nicht mehr spürbar ist.
(zu Schubert, Streichquartett Nr. 12, c-moll, op. post., D 703 «Quartettsatz») Auch Schubert, dem in der Jugend Sinfonien und Quartette für den Hausgebrauch mit Leichtigkeit aus der Feder geflossen waren, fand den Weg zur grossen Sinfonie und zum grossen Quartett erst in «vergeblichen» Anläufen. Einer der Versuche, der erstmals den neuen, den späten Schubert ahnen lässt, ist der Quartettsatz, die Parallele zur Unvollendeten von 1822. Ein folgendes, leichtgewichtiges As-dur-Andante hat Schubert nach 41 Takten aufgegeben. So bleibt das «ungemein packende Stimmungsbild» eines Quartett-Kopfsatzes mit vielen schubertschen Charakteristika: «Dramatische Unruhe über nervös-geheimnisvollem Tremolo-Grund, wenig später lyrischer Schmelz und leidenschaftlicher Gesang im As-dur-Seitenthema, das man von seiner Aussagekraft her viel eher als eigentliches Hauptthema des Satzes bezeichnen möchte» (A. Werner-Jensen).
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